MOSELAUFSTIEG

Zu den Berichten "Klares Votum für Westumfahrung verhindert" (TV vom 16./17. April) und "Es gibt keine Alternative" (TV vom 19. April):

Meinung

Variante bei Liersberg ist besser
Neben dem jahrzehntelangen Widerstand gegen einen Moselaufstieg zwischen Trier-Zewen und Igel gibt es viele Befürworter einer Verkehrsanbindung westlich Triers zur Autobahn Richtung Luxemburg. Die Trassenführung zwischen Igel und Zewen ist und bleibt aber eine nicht durchsetzbare Planung der 1970er Jahre. Wer sich die Simulation im TV angesehen hat, weiß, dass hier nicht wieder gutzumachende Schäden entstehen. In Zeiten leerer Kassen ist es unverständlich, warum die ökologischen Probleme und die Steigung bis zum höchsten Punkt der Autobahn bei Herresthal vor einer ökologisch und wirtschaftlich deutlich günstigeren Variante hinter Wasserliesch und am Steinbruch nahe Liersberg vorbei favorisiert werden. Welchen Interessen widerspricht eine Planung ganze drei Kilometer westlicher von Konz und der dann hoffentlich fertiggestellten Umgehung Konz-Könen? Eine solche Planung löst zusätzlich die Probleme einer zukunftsfähigen, zweigleisigen Bahnanbindung Trier-Luxemburg (was mit Sicherheit Autoverkehr reduzieren würde), statt kurzfristig allein zwölf Millionen Euro für eine minimale Verbesserung im Bahnfernverkehr zu verschleudern. Die gegebene Kooperationsbereitschaft Luxemburgs ist für viele Regionalfürsten offensichtlich genauso unwesentlich wie die Bürger-meinung. Warum wollen sonst als besonders bürgernah auftretende Politiker einen Grundsatzbeschluss im Trierer Stadtrat unmittelbar vor einer öffentlichen Anhörung? Warum wird der Trierer Oberbürgermeister im TV-Kommentar als entscheidungsschwach abgewatscht, wenn er für die Option einer Konsensfindung zwischen Bürgern aus Stadt und Landkreis wirbt, statt starrköpfig für eine Lösung einzutreten, die nicht umsonst in der Prioritätenliste zurückgestuft wurde? Bernd Steinmetz, Trier