Moselbahn Ausfälle Busfahrten

Kostenpflichtiger Inhalt: Mobilität : Moselbahn: Busse fahren bald regelmäßiger

Wegen Personalmangels fallen viele Linienfahrten in der Eifel und an der Mosel aus. Fahrer aus Osteuropa sollen die Lücke schließen.

Jasmin Carnell aus Zemmer-Rodt ist verzweifelt. Seit September, als die Busverkehre an der Mosel und in der Fidei im Linienbündel Römische Weinstraße neu geregelt wurden, verkehrt die Linie 272 unregelmäßig. Der Bus transportiert etwa 20 Kindergartenkinder aus den Fideigemeinden in die Kita nach Schleidweiler, darunter ist auch der Nachwuchs der Familie Carnell. „Mehrmals die Woche geht etwas schief. Entweder kommt der Bus nicht oder er fährt ab, bevor die Kinder da sind”, berichtet die Mutter dem TV. Einmal habe sich der Busfahrer auch verfahren. Mittlerweile bilden die Eltern Fahrgemeinschaften, weil sie sich nicht mehr auf die Busse verlassen können.

Das Problem mit der Linie 272 ist kein Einzelfall. Bei der Moselbahn, die den Zuschlag für die neuen Linienbündel Römische Weinstraße und Mosel (siehe Info) erhalten hat, fallen reihenweise Fahrten aus, weil Busfahrer fehlen. Am vergangenen Dienstag waren die Linien 22 (Trier-Schweich), 220 (Schweich-Neumagen-Dhron) und 272 (Daufenbach-Schweich) betroffen.  Am Wochenende ist es noch gravierender mit den Ausfällen. Am Samstag, 5. Oktober, cancelte die Moselbahn 21 Fahrten, am darauffolgenden Sonntag sechs.

Man arbeite mit Hochdruck daran, neue Mitarbeiter zu aquirieren, sagt Rolf Tödtmann. Er ist Regionalleiter Südwest der Gesellschaft Rhenus Veniro, zu der auch die Moselbahn gehört. Mit den neuen Linienbündeln habe sich der Leistungsumfang mehr als verdoppelt. Die bessere Anbindung, insbesondere nachmittags, führe auch zu einem Mehrbedarf an Fahrern und Bussen.

Laut Tödtmann ist der Markt an Busfahrern leergefegt, selbst bei Zeitarbeitsfirmen. Die Anwerbung von 27 Busfahrern aus Osteuropa stehe bevor, habe sich allerdings verzögert, weil Behörden nicht in der Lage seien, die gestellten Visa-Anträge zeitgerecht zu bearbeiten. Auch 26 neue Busse, die von der Moselbahn gleich nach der Zuteilung der Linienbündel durch die Kreise bestellt worden seien, könne der Hersteller noch nicht liefern. Tödtmann ist aber zuversichtlich, dass die Ausfälle weniger werden: „Nächste Woche soll werktags alles planmäßig laufen, eventuell könnte es noch Ausfälle an Wochenenden geben.”

Welche Fahrten ausfallen, darüber informiert der Verkehrsverbund Trier (VRT) auf seiner Internetseite vrt-info.de/news/fahrtausfaelle. Der VRT bestätigt, dass diese und kommende „nahezu alle Linienverkehre fahrplanmäßig erbracht werden”. An Wochenenden sei mit Ausfällen zu rechnen, man könne aber nicht voraussagen, welche. Zumindest alle Regio-Radler der Linie 333 seien an Wochenenden einsatzbereit mit Ausnahme von Samstag, 12. Oktober. Aber auch da versuche man, die Fahrten der Linie 33 anzubieten, so der VRT. Laut Felix Klormann von der Marketing-Abteilung des Verkehrsverbunds wird sich die Lage bei der Moselbahn in den nächsten vier bis sechs Wochen entspannen. Es sei zeitnah mit dem Eintreffen des neuen Personals zu rechnen.

Nicht nur in den Verbandsgemeinden Trier-Land und Schweich regen sich Eltern über schlechte Verbindungen und überfüllte Busse auf. Eine Bürgeriniative in Hetzerath (VG Trier-Land) fordert, die Busverbindung der Linie 271, die momentan in Bekond endet, weiter bis Hetzerath fahren zu lassen, damit Hetzerather Schüler, die Schulen in Schweich besuchen, wieder ohne Umwege zeitig nach Hause kommen können.

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