"Moselindianer" bitten zum Tanz

"Moselindianer" bitten zum Tanz

TRIER. (QO) Das Wetter hielt, und die Stimmung war bestens: Behinderte und nicht Behinderte sangen, tanzten, feierten beim Sommerfest des Lebenshilfewohnheims in der Theobaldstraße.

"Hoch auf dem gelben Wagen", "Marmor, Stein und Eisen bricht" waren zwei der Lieder, die Wohnheimleiter Hejo Kessler gemeinsam mit seinen Bewohnern sang. "Die haben sie sich gewünscht", betonte er. Viel Beifall erhielten auch "Die Affen rasen durch den Wald" und "Das Wandern ist des Müllers Lust", bevor die Kinder der "Integrativen Kindertagesstätte Am Bach" ihren Auftritt hatten. Singend und tanzend führten sie gemeinsam das Märchen "Dornröschen" auf, als Zugabe folgte das Lied von den kleinen Pinguinen. Die Behinderten hatten sichtlich Spaß an der Sache, eine junge Frau im Rollstuhl johlte vor Begeisterung. Auch die Tanzgruppe der Lebenshilfe von Angelika Barg wurde herzlich aufgenommen. Mit Sombreros ausstaffiert führte sie einen mexikanischen Tanz auf, bevor sie - entsprechend maskiert - zum Leiendecker-Song von den "Moselindianern" tanzte. Zum Schluss durften alle mittanzen. Auf die Festgäste warteten gratis Kuchen und Kaffee, für die Kinder gab es Dosenwerfen sowie eine Schatzsuche im "Snoezelen-Raum". Für Vergnügen sorgte eine amerikanische Versteigerung: Wer im Moment des Weckerklingelns seine Münze in das von Ophelia bereitgehaltene Sparschwein warf, gewann einen Preis. Miriam bekam einen Beutel Teelichter, Lotti Köhler ein abstraktes Gemälde, das sie "etwas wild" fand. Angelika Barg gewann ein echtes Prinzessinnenkleid vom Stadttheater, und Petra Gören konnte sich auf ein Wochenende mit dem "Alfa Romeo Brera" freuen. Mit dem gelungenen Sommerfest nutzte die Einrichtung auch die Chance, auf sich aufmerksam zu machen: "Viele Menschen hier im Maarviertel wissen gar nichts über unser Wohnheim", meinte Leiter Hejo Kessler. Seit acht Jahren leben hier 34 schwer- und mehrfach behinderte Menschen zwischen 30 und 65 Jahren. Wochentags besuchen sie die Werkstatt oder gehen zur Tagesförderstätte. Das Wohnheim in der Theobaldstraße bietet auch Kurzzeitpflege: Behinderte, die sonst etwa bei ihren Eltern wohnen, können hier für kurze Zeit aufgenommen werden.

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