Moselschätze-Designmarkt in Trier - Das Herz der Kulturkarawane liegt an der Mosel

Messen und Märkte : Moselschätze-Designmarkt in Trier - Das Herz der Kulturkarawane liegt an der Mosel

Wegen der Bauarbeiten am Flussufer war der Viehmarktplatz Ausweichquartier für den Moselschätze-Designmarkt.

Als Aline Pichon, Toby Urban und Jochen Leuf ihr gemeinnütziges Projekt „Kulturkarawane“ gründeten, wollten sie „bunte Oasen der Alternativkultur schaffen, wo sonst nur Wüste ist“. Seitdem zeigen sich die Karawanenführer für einige Veranstaltungen verantwortlich, die für Kreativität, Nachhaltigkeit und Kunst stehen. Auch der Moselschätze-Designmarkt gehört dazu.

Bisher hatten die Veranstalter sich dazu eine Wiese am Moselufer auf der Höhe der Jugendherberge ausgesucht, auf der die Aussteller ihre Waren feilboten. Seit 2018 steht dieser Platz aufgrund von Bauarbeiten nicht mehr zur Verfügung. Die Karawane musste weiterziehen. So verteilten sich auch in diesem Jahr die insgesamt 42 Stände auf dem Viehmarktplatz.

Ein bisschen verloren wirken die Pavillons auf dem großen Platz schon, deren Charme sich inmitten der Natur am Moselufer besser erschließt. Mit Blick auf die Besucherzahlen ist der Viehmarkt allerdings der bessere Standort. Die Aufmerksamkeit durch zufällig vorbeischlendernde Passanten ist am abgelegenen Moselufer eher nicht gegeben. Doch auch wenn Jochen Leuf mit der Resonanz insgesamt zufrieden ist, gibt er zu: „Wir hätten uns dieses Jahr mehr Publikum erhofft.“

Die Anbieter indes sind engagiert und beraten die potenziellen Kunden freundlich. Ohne Hektik und Drängelei macht das Stöbern und Einkaufen in der Innenstadt an einem Samstag mehr Spaß. Ulla Henning gestaltet aus gebrauchten Dingen Außergewöhnliches zum Anziehen, Umhängen und Dekorieren. „Alte Sachen sind wunderschön, man kann sie immer wieder neu kreieren.“ Die meisten der 42 Anbieter haben originelle und kreative Dinge im Sortiment. Die zumeist weiblichen Kunden begeistern sich für handgearbeiteten Schmuck, selbst gekochte Marmelade, getöpferte Gefäße und recycelte Taschen.

Michaela Klein bietet am Stand von „Himmelrosa“ unter anderem Stoff-Überzüge für Milch- und Safttüten an. Diese sind nicht reine Deko: „Gerade ältere Menschen haben oft Schwierigkeiten, die glatten Tetrapacks festzuhalten“, erklärt sie. Die Ummantelung aus Stoff mit einem Gurt am Boden sowie einem Henkel an der Seite, mit der das Ausgießen besser gelingt und die Milchtüte gleich hübscher aussehen lässt, ist die Lösung.

Die Sonne zeigt sich an diesem Tag nur selten. In diesen Momenten glitzert an einem der Pavillons eine silberne Umhängetasche. Erst bei genauem Hinsehen ist zu erkennen, dass das Accessoire komplett aus Getränkedosen-Verschlüssen besteht. Hier wurde Ring an Ring platziert, so dass die Tasche eine Kettenhemd-ähnliche Optik hat. Viele der Besucher bestaunen die kreativen Einfälle der Desinger an den Ständen und kommen ins Gespräch. Am Stand von „Unverpackt“ werden unter anderem kosmetische Produkte angeboten, von denen einige der zufällig vorbeikommenden Besucher zuvor noch nie gehört haben dürften. Freundlich wird erklärt und beraten.

Auch im nächsten Jahr wird es den Moselschätze-Designmarkt in Trier geben. Der Standort ist wegen der Bauarbeiten noch nicht geklärt. „Unser Herz liegt an der Mosel“, sagt Jochen Leuf und verrät die vorsichtige Planung für 2020. „Wir würden im Zusammenhang mit dem Markt gern ein kleines Festival an die Mosel bringen – aber das steht noch in den Sternen.“

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