Motivierte Bürger gesucht

Unter der Voraussetzung, dass sich Bürger für die Mitarbeit in einer Lenkungsgruppe melden, will der Gemeinderat Ralingen die Haushaltsbefragung vom Herbst 2010 auswerten lassen. Ziel ist es, Verbesserungsvorschläge aus der Umfrage umzusetzen.

Ralingen. Landet die großangelegte Haushaltsumfrage vom November 2010 nun doch nicht im Papierkorb? Wie berichtet, drohte die in Zusammenarbeit mit der Uni Trier erstellte Studie über die Lebensverhältnisse in Ralingen daran zu scheitern, dass die Gemeinde sie nicht mitfinanzieren wollte. Angeblich soll im Vorfeld keine Kostenbeteiligung vereinbart worden sein. Im Raum stand eine Beteiligung von 2000 Euro. Nun hat der Gemeinderat sich darauf verständigt, in der Januar-Sitzung endgültig darüber abzustimmen. In der Zwischenzeit sollen die Ratsmitglieder in den einzelnen Ortsteilen dafür werben, dass sich Bürger für die Mitarbeit in einer Lenkungsgruppe bereiterklären. Diese soll sich intensiv mit den in der Umfrage geäußerten Bürgerwünschen befassen und diese bis zur Umsetzung begleiten. "Wir brauchen motivierte Leute", sagt Ortsbürgermeister Oswald Disch, "Professor Waldemar Vogelgesang will die Studie nur auswerten, wenn wir hier in Ralingen weitermachen."
Der Trierer Sozialwissenschaftler hatte mit seinen Studenten Bögen mit 111 Fragen entwickelt und sie an alle Ralinger Haushalte verteilen lassen. Mehr als die Hälfte der Bögen (53,8 Prozent) kamen ausgefüllt zurück, eine Traumquote für solch eine umfangreiche Befragung, wie Vogelgesang bemerkte. Laut Ortsbürgermeister Disch hat der Wissenschaftler zugesichert, die Auswertung vorzunehmen, wenn die Gemeinde 1000 Euro für Personalkosten beisteuert. Disch schwebt vor, dass die Lenkungsgruppe maximal zehn Personen umfasst und paritätisch aus allen Ortsteilen besetzt wird. Die Erfahrungen der Nachbargemeinde Langsur, wo die Ergebnisse der Haushaltsbefragung schon vorgestellt worden sind (der TV berichtete), sollen in den weiteren Prozess in Ralingen einfließen. Disch will sich deshalb mit seinem Ortsbürgermeisterkollegen Rüdiger Artz und dem Beigeordneten Uwe Stadler treffen.
Auch wenn die Umfrageergebnisse noch nicht im Detail feststehen, so waren Vogelgesang doch einige Tendenzen zu entlocken. So sind etwa 92 Prozent der Ralinger mit ihrer Wohnsituation zufrieden. Gut die Hälfte der Bürger finden, dass sich der Ort positiv entwickelt hat, etwa drei Viertel aller Haushalte sind unzufrieden mit ihren Einkaufsmöglichkeiten.
Bürger, die ihren Ort voranbringen wollen und sich gerne in der Lenkungsgruppe einbringen möchten, können sich bei Ortsbürgermeister Oswald Disch oder den Ortsvorstehern von Ralingen, Edingen, Godendorf, Wintersdorf, Olk und Kersch melden.