Mühsamer Kampf gegen Aids

Anne Lonsdorfer arbeitet als Gemeindereferentin des Bistums Trier in einem Aids-Projekt in Bongor, einer Stadt im Tschad, nahe der Grenze zu Kamerun. Den Jungen und Mädchen des Trierer Hindenburg-Gymnasiums erzählte sie nun von ihrem Alltag.

Trier. (red) Seit mehr als drei Jahren arbeitet Anne Lonsdorfer in dem Aids-Projekt. In Bongor, einer Stadt im Tschad, berät sie im "Centre diocésain d'information et accompagnement des malades" Menschen, die sich mit dem HI-Virus infiziert haben. Die Arbeit des Zentrums umfasst unter anderem ein Sexualaufklärungsprogramm, die HIV-Testberatung, einen Krankenbegleitdienst für Aidskranke und ein Unterstützungsprogramm für Aidswaisen. "Wir versuchen, ein Bewusstsein für die Krankheit zu schaffen", beschrieb die Seelsorgerin ihre Arbeit. Der Schwerpunkt sei die Aufklärung über die Gefahren der Krankheit. Oft besuche sie Basisgemeinden und halte dort Vorträge. Wichtig sei auch der Besuch bei halbsesshaften Nomaden, bei denen der Aids-Virus besonders stark verbreitet sei.Täglich, so erzählte Lonsdorfer den Gymnasiasten, kämen junge Menschen zum Hauptsitz der katholischen Mission in Bongor, auf deren Gelände sich das Beratungszentrum befindet und wo auch sie arbeitet. Die meisten wollen einen freiwilligen Aids-Test machen. 100 bis 120 Tests werden jeden Monat durchgeführt - rund zehn Prozent sind positiv. Gemeinsam mit ihren Kollegen führt Anne Lonsdorfer Vor- und Nachgespräche, bei denen, so berichtete sie, es darum gehe, auf die Ansteckungswege hinzuweisen. Vor allem die Gewohnheiten der Menschen in dem Land, in dem verschiedene Volksgruppen leben, beeinflussten das Ansteckungsrisiko. So stecken sich nach Angaben Lonsdorfers 95 Prozent aller Infizierten im Tschad durch ungeschützten Sexualverkehr an. Lonsdorfer deutet auf ein besonderes Problem hin: Viele Männer lebten mit mehreren Frauen. Und so seien Frauen besonders betroffen, weiß die Gemeindereferentin. Zwei Drittel der Aids-Infizierten vor Ort seien weiblich.Erste Erfolge kann sie schon vorweisen. Ein Fortschritt sei, dass seit April dieses Jahres den Aids-Infizierten durch eine Initiative der Weltbank kostenfrei Medikamente zur Verfügung stünden. Dies erhöhe Lebenserwartung und Lebensqualität der Infizierten. Wichtiger als Medikamente sei aber die Vorbeugung. "Das Bewusstsein über die Gefahren von Aids ist in der Bevölkerung gewachsen."