Müllbeseitigung mit Lerneffekt
Trier-Kürenz · Beim Bürgerdialog in Kürenz ist das Müllproblem im Stadtteil Hauptthema gewesen. Ortsvorsteher Bernd Michels und Stefan Zawar-Schlegel, Leiter des Treffpunkts am Weidengraben, haben deshalb ein Konzept erarbeitet, durch das der Müllberg schrumpft und Kinder lernen, mit dem Unrat umzugehen.
Trier-Kürenz. Bei sonnigem Wetter sind am Dienstag um 14 Uhr zwölf kleine und große Müllsammler beim Treffpunkt am Weidengraben gestartet. Etwa eineinhalb Stunden später trudeln die Ersten wieder ein. Es sind fünf Jugendliche mit ihrer Betreuerin, die regelmäßig das Jugendzentrum am Weidengraben besuchen. "Bei den Temperaturen war es wirklich anstrengend, aber wir haben viel geschafft", erzählt die zwölfjährige Alina. Viel Müll haben sie: Verpackungen von Süßigkeiten, leere Getränkedosen und Zigarettenkippen.
Im Treffpunkt angekommen, stärken sich die Jungs und Mädchen mit selbst gemachtem Pfannkuchen. Erna Steiger, die regelmäßig im Treffpunkt am Weidengraben ihre Freizeit verbringt, freut sich: "Pfannkuchen essen die Kinder gerne, deswegen habe ich direkt gesagt, dass ich welche backe", sagt sie. Damit könne sie auch ihren Teil zur Aktion beitragen, so die Seniorin.
Ortsvorsteher Bernd Michels ist zufrieden mit dem erfolgreichen Start der Dreck-weg-Aktion: "Wir haben uns nach dem Bürgerdialog (der TV berichtete) im April gefragt, was man gegen den immer größer werdenden Müllberg im Stadtteil machen kann." Es gäbe nichts Schlimmeres für einen Stadtteil, als zugemüllt zu sein, dies erwecke den Anschein einer asozialen Gegend, so der Ortsvorsteher über seine Motivation.
Michels habe sich nach der Ortsbeiratssitzung im Frühjahr spontan mit dem Leiter des Treffs am Weidengraben, Stefan Zawar-Schlegel, zusammengesetzt, und aus diesem Gespräch entstand die Idee zur Müllbeseitigung. Damit könne man, zusätzlich zum Saubereffekt, Kinder und Jugendliche für das Thema Müll sensibilisieren.
Die benötigten Müllzangen waren schnell besorgt: Viele der Häuser am Weidengraben gehören der GBT (Wohnungsbau- und Treuhand AG), und diese war auch sofort bereit, die Zangen zu sponsern. "Die Müllsammler gehen mit gutem Beispiel voran, und vielleicht lassen sich beim nächsten Mal noch mehr von der guten Sache überzeugen", hofft Lakshmi Anhäuser, Betreuerin im Jugendzentrum des Treffpunkts am Weidengraben.
"Es sind schon etwa zwölf Eimer zusammengekommen, das ist auf jeden Fall ein erster Schritt in punkto Sauberkeit und Ordnung", ist sich Stefan Zawar-Schlegel sicher.
Im weiteren Jahresverlauf sollen sich die Dreck-weg-Tage in unregelmäßigen Abständen wiederholen. Ein schöner Effekt dabei: Die Aktionen haben doppelten Nutzen, denn es wird etwas gegen den Müll in Kürenz getan und die Kinder und Jugendlichen lernen den verantwortungsvollen Umgang mit dem Unrat.