Müllgebühren in der Region Trier: Geplante Erhöhung des ART soll bis zu 34 Prozent mehr Geld in die Kassen spülen.

Kostenpflichtiger Inhalt: Abfallwirtschaft : Müllgebühren in der Region Trier: Geplante Erhöhung soll bis zu 34 Prozent mehr Geld in die Kassen spülen

Der Zweckverband Abfallwirtschaft ART rechnet damit, dass die geplante Gebührenerhöhung bis zu 34 Prozent mehr Geld in die Kasse des öffentlichen Entsorgers spült. Verbindlich beschlossen werden soll die neue Satzung am 17. September.

Die Vertreterversammlung des Zweckverbands Abfallwirtschaft Region Trier (ART) hat sich am Donnerstagabend einstimmig für die neue Abfall- und Gebührensatzung ausgesprochen, die Änderungen beim Abtransport und teils kräftige Erhöhungen bei den Müllgebühren vorsehen.

Beschlossen ist damit noch nichts.

In den nächsten Wochen beschäftigen sich nun zunächst die Kreistage der Landkreise Trier-Saarburg, Bernkastel-Wittlich, des Eifelkreises Bitburg-Prüm, des Vulkaneifelkreises und der Trierer Stadtrat mit dem Thema und stimmen darüber ab.

Für Dienstag, 17. September, ist dann der letztliche Beschluss der ART-Vertreterversammlung angesetzt, zu dem 25 Vertreter aus den Kreistagen und dem Stadtrat Trier gehören.

Inkrafttreten soll die neue Abfall- und Gebührensatzung zum 1. Januar 2020. Wichtigste Änderung: In Trier und in Trier-Saarburg werden in der künftigen Jahresgrundgebühr nicht mehr 26 Leerungen der Restmülltonne enthalten sein, sondern nur noch 13. Im Landkreis Bernkastel-Wittlich, im Eifelkreis Bitburg-Prüm und auch im Vulkaneifelkreis werden die Restmülltonnen schon teilweise seit vielen Jahren nur alle vier Wochen abgeholt.

Zusätzliche Leerungen sind möglich, kosten aber je nach Tonnengröße extra. In Trier zum Beispiel bei einer kleinen 80-Liter-Tonne zusätzlich 9,66 Euro.

Im Landkreis Bernkastel-Kues, wo schon seit 2001 die Restmülltonne regelhaft nur alle vier Wochen geleert wird, habe der ART gelernt, „dass sich das System, das bundesweit angewandt wird, schnell etabliert“, sagt ART-Bereichsleiter Stefan Mock. Dass nach der Umstellung vermehrt Restmüll illegal entsorgt worden sei – etwa in der Natur –, sei auch laut ART-Verbandsdirektor Maximilian Monzel nicht so gewesen.

Zurzeit schreibe der ART insgesamt zwar noch eine „schwarze Null“, erklärte Monzel bei der Verbandsversammlung am Donnerstagabend. Die Gebührenerhöhung sei trotzdem unumgänglich, weil sich für die kommenden Jahre Verluste abzeichneten. Insbesondere, weil zum Beispiel in Trier und Trier-Saarburg die Gebühren in den vergangenen 13 Jahren nicht angehoben wurden und daher mittlerweile nicht mehr die gestiegenen Kosten deckten. Zum anderen, weil der ART pro Jahr rund zehn Millionen Euro zusätzliche Rückstellungen bilden muss, um die Abdichtung und Sanierung von 23 Alt-Mülldeponien in den nächsten 40 Jahren finanziell absichern zu können. Auf der anderen Seite seien zum Beispiel die Einnahmen, die der ART aus dem Verkauf des eingesammelten Altpapiers erzielt, stark zurückgegangen: 2016 habe der ART pro Tonne Altpapier noch 116 Euro von Weiterverwertern erhalten, aktuell liege dieser Preis bei 94 Euro. Bei 40 000 Tonnen Altpapier, die der ART pro Jahr einsammelt, sei die Auswirkung auf die Bilanz immens.

Der ART rechnet durch die geplante Gebührenerhöhung ab 2020 mit bis zu 34 Prozent höheren Einnahmen. In Trier und dem Landkreis Trier-Saarburg erwartet der Zweckverband 26 Prozent mehr Gebührenaufkommen, im Eifelkreis Bitburg-Prüm 34 Prozent, im Landkreis Bernkastel-Wittlich 31 Prozent. Lediglich aus dem Vulkaneifelkreis, in dem die Gebühren bereits in der Vergangenheit angehoben wurden, gibt es ab 2020 kein höheres Aufkommen.

Auf die Bürger verteilen sich die höheren Gebühren ganz unterschiedlich. Wer in Trier zum Beispiel lediglich die ab 2020 geltenden 13 Leerungen der Restmülltonne in Anspruch nimmt, zahlt sogar weniger als bisher – bei einer 80-Liter-Tonne zum Beispiel 78,44 Euro statt 101,88 Euro. Wer für seine graue 80-Liter-Restmülltonne allerdings die bisher in der Grundgebühr enthaltenen 26 Leerungen im Jahr in Anspruch nimmt, muss deutlich tiefer in die Tasche greifen und 244,06 Euro statt 101,88 Euro zahlen – und damit knapp 140 Prozent mehr. Nach der Berechnung des ART ergeben sich aus diesen unterschiedlichen Gebührensätzen im Durchschnitt Mehreinnahmen für den Zweckverband in genannter Höhe – in Trier also insgesamt und „über alles“ von 26 Prozent, im Eifelkreis Bitburg-Prüm von 34 Prozent und im Landkreis Bernkastel-Wittlich von 31 Prozent.

Veröffentlicht werden soll die neue Gebührensatzung erst, wenn diese von der ART-Vertreterversammlung am 17. September beschlossen wird. Anschließend soll es im gesamten ART-Gebiet zahlreiche Bürgersprechstunden geben, bei denen auch Einzelgespräche geführt werden können. Per Handy-App und auf der ART-Homepage www.art-trier.de soll es dann auch Gebührenrechner geben, mit denen Bürger ihre Kosten je nach Tonnengröße, Wohnort und Bedarf genau ausrechnen können.

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