Müllgebühren rund um Trier: Gibt es Geld zurück?

Müllgebühren rund um Trier: Gibt es Geld zurück?

Die Bürger in Trier und im Kreis könnten im kommenden Jahr von den guten Betriebsergebnissen des Zweckverbands Abfallwirtschaft im Raum Trier (ART) profitieren. Eine einmalige Gutschrift - im Gespräch sind zehn Euro für zwei Jahre - ist dabei wahrscheinlicher als eine Gebührensenkung.

Trier. Alles wird teurer. So könnte man meinen, doch es gibt eine Dienstleistung, bei der die Bewohner von Trier und dem Kreis Trier-Saarburg tatsächlich demnächst entlastet werden könnten: die Müllabfuhr. Die ART-Verbandsversammlung hat am Donnerstagabend Geschäftsführer Max Monzel beauftragt, geeignete Modelle zu entwickeln, wie man die Kunden am guten ART-Betriebsergebnis beteiligen kann. Der Jahresgewinn 2011 liegt bei rund 1,1 Millionen Euro (nach Steuern), für das laufende Jahr wird ein ähnlich gutes Ergebnis erwartet.
CDU macht Druck


CDU-Verbandsmitglieder machen schon seit längerem Druck auf die Verbandsführung, sie solle eine Gebührensenkung prüfen. Allerdings gibt es auch warnende Stimmen in dem Gremium: Die finanziellen Risiken der geplanten Einführung der Biotonne und anderer zur Schonung der Ressourcen eingebrachten Gesetzesinitiativen seien nicht abzusehen. "Da ist noch Musik drin", meint ein Verbandsmitglied. Für ihn ist es seriöser, langfristig die Gebühren stabil zu halten, anstatt sie laufend der Geschäftslage anzupassen. Wie berichtet hält ART eine Biotonne für verzichtbar, weil in der Trocknungsanlage in Mertesdorf auch organische Stoffe zur Wiederverwertung (Verbrennung) herausgetrennt werden können.
ART-Chef Monzel soll nach TV-Informationen in der unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführten Debatte vorgeschlagen haben, den Gebührenzahlern im kommenden Jahr eine Gutschrift für die Jahre 2011 und 2012 auszuzahlen. Ein Vierpersonen-Haushalt, der für seine 80-Liter-Restmülltonne und die anderen Leistungen (siehe Extra) rund 100 Euro zahlt, solle zehn Euro zurückbekommen, was einer jährlichen Einsparung von fünf Prozent entspricht. Bei größeren Tonnen würde die Gutschrift entsprechend höher ausfallen.
Zunächst sollen jedoch die Wirtschaftsprüfer der ART geeignete Rückgabe-Modelle prüfen, die auch juristisch wasserdicht sind. Beispielsweise müssten ja auch Lösungen gefunden werden, wie der von privater Seite auf der Deponie angelieferte Müll neu bewertet wird. Entschieden wird in der nächsten Verbandsversammlung am 13. November.Meinung

Wir haben es verdient
Kaum zu glauben: Wir zahlen bereits die niedrigsten Müllgebühren landesweit und sollen davon jetzt auch noch Geld zurückerstattet bekommen? Nur keine falsche Bescheidenheit, wir haben es verdient. Denn wir Gebührenzahler haben durch Müllvermeidung dazu beigetragen, dass die Kosten im Rahmen geblieben sind. Zweiter Aktivposten ist natürlich der Zweckverband, der mit der Trocknungsanlage in Mertesdorf frühzeitig die Weichen für eine zukunftssichere Abfallwirtschaft gestellt hat und sehr gut wirtschaftet. Alleine aus den beiden vergangenen Jahren hat der ART zwei Millionen Euro an Rücklagen angehäuft. Hinzu kommt, dass die Verhandlungen mit Kraftwerken über die Lieferung von Brennstoff aus Abfall gut gelaufen sind. Das gibt Planungssicherheit bis zum Jahr 2016. Die finanziellen Risiken sind also durchaus auch dann überschaubar, wenn die Kröte Biotonne geschluckt werden müsste. Falls es teurer werden sollte, müssen ohnehin die Bürger bluten. Deshalb ist es jetzt, wo es gut läuft, nur fair, sie zu entlasten. a.follmann@volksfreund.deExtra

Maßgeblich sind Anzahl und Größe der zur Verfügung gestellten Abfallbehälter. Laut Gebührensatzung sind in einem Haus pro Person für 14 Tage mindestens 20 Liter Abfallvolumen vorzusehen, unabhängig davon, auf wie viele Wohnungen sich die Personen verteilen. Für eine 80-Liter-Restmülltonne (35 Kilo Fassungsvermögen) zahlt man im Kreis 94,44 Euro jährlich, in Trier 105,96 Euro. In dieser Gebühr ist auch die Entsorgung von Sperrmüll, Elektro- und Problemmüll, Papier und Gartenabfällen enthalten. alf