Multi-Dienstleister für die Region

Multi-Dienstleister für die Region

Energievertrieb, Netzausbau, Stadt- und Fernbusverkehr, Bädergesellschaft, Immobilienentwicklung: Die Stadtwerke Trier (SWT) haben sich als Dienstleister spartenübergreifend weit über die Stadtgrenzen hinaus entwickelt. Die Neuaufstellung soll das 800-Mitarbeiter-Unternehmen fit für die Zukunft machen.

Trier. "Verbünde schmieden", "Synergievorteile heben", "neu aufstellen" - schon die Wortwahl der SWT-Oberen signalisiert: Die alten Zeiten sind vorbei. Tatsächlich bietet das einstige reine Versorgungsunternehmen heute weitaus mehr als Energie, Wasser und Stadtbusverkehr. Und das auch nicht mehr nur in Trier und im nahen Umland. "Der Name Stadtwerke ist eigentlich nicht mehr zutreffend", konstatiert Verwaltungsratschef OB Klaus Jensen. "Besser wäre: Regionalwerke."
Neue Geschäftsfelder


Denn die SWT haben ihre Geschäftsfelder weit über die Stadtgrenzen hinaus entwickelt. Aktuelles Beispiel: Morgen, Freitag, eröffnen die Kommunalen Netze Eifel (KNE) ihre neu gebaute Zentrale in Niederprüm. Die KNE wurden 2009 gegründet, um die Trinkwasserversorgung im Eifelkreis zu verbessern. Bei einem Jahresumsatz von gut neun Millionen Euro gehören sie zu 75,1 Prozent dem Eifelkreis Bitburg-Prüm und zu 24,9 Prozent den Stadtwerken Trier und sind laut Jensen "ein erfolgreiches Beispiel für interkommunale Kooperationen".
"Breit aufstellen und als Partner auf Augenhöhe in die Region wachsen" lautet das SWT-Motto. Der Blick über den lokalen Tellerrand hat einen guten Grund: "Darin liegt unsere Zukunft", ist Vorstandssprecher Olaf Hornfeck (49) sicher. 2004 hat er das SWT-Management übernommen. Seine Bilanz zum "Zehnjährigen": Der Umsatz wurde in dieser Zeit auf rund 350 Millionen Euro verdoppelt, die Zahl der Mitarbeiter wuchs auf 800 (2010: 650), und 80 Millionen Euro - der größte Investitionsbrocken - wurden in den Ausbau erneuerbarer Energien in der Region gesteckt.
2005 haben die SWT, bis dahin für die Trinkwasserversorgung zuständig, die Abwasserreinigung von der Stadt übernommen, mit dem Ziel, den Wasserkreislauf ganzheitlich zu bearbeiten, und damit "Synergien zu heben und Know-how zu bündeln". Laut Arndt Müller (46), seit 1. Oktober gleichberechtigtes Vorstandsmitglied, "mit Erfolg, denn schon bald wird das Klärwerk mehr Energie erzeugen als es verbraucht. Wir nutzen den Klärschlamm zur Strom- und Wärmeerzeugung und halten die Betriebskosten niedrig".
Bis auf die traditionell defizitären Sparten Stadtbad und Busverkehr sei die "Ertragslage überall positiv", was es den SWT erlaubt, auch neue Geschäftsfelder zu erschließen: "Wir verbinden Bautätigkeiten mit innovativen Energiekonzepten", betont Vorstandssprecher Hornfeck. Aktuelle (Kooperations-)Projekte: Das rund 16 Millionen Euro schwere Brand- und Katastrophenschutzzentrum mit Feuerwehrwache und neuem THW-Hauptstandort in Trier-Ehrang (Baubeginn in Kürze) und der Energie- und Technikpark. Das Elf-Millionen-Euro-Gemeinschaftsprojekt mit der Stadt Trier und dem regionalen Verband für Abfallwirtschaft (ART) soll ab 2015 in Trier-Nord realisiert und 2018 fertiggestellt werden. Für die Wärmeversorgung des Energie- und Technikparks ist das benachbarte Klärwerk zuständig.
Die Vorteile dieser "vernetzten Denkweise mit innovativen Energiekonzepten" (Jensen) wollen die Stadtwerke künftig vermehrt bei Bautätigkeiten für Dritte nutzen. Aber auch in eigener Sache: Neben ihren sieben Parkhäusern und Tiefgaragen wollen die Stadtwerke in Zukunft auch eine - selbst gebaute - Fahrradgarage am Hauptbahnhof betreiben.

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