Brauchtum : Wenn sich das Mundart-Türchen öffnet ...

Geschichten und Lieder in Mehringer Platt kamen bei den Besuchern im Heimatmuseum des Orts sehr gut an. Der Verein Marningum, us Duaref will die Einrichtung wieder mit Leben erfüllen.

Der wohl zahlenmäßig kleinste Verein des Moselortes Mehring, der Kulturhistorische Verein, hat für interessierte Besucher am dritten Advent ein ganz besonderes und schon fast in Vergessenheit geratenes Türchen geöffnet: Er lud zum Mundartabend ins Heimatmuseum ein.
Hier konnten sich die Gäste über die Geschichte des Dorfes und seine Menschen sowie den Weinbau informieren.

Aber im Laufe der Jahre war das Museum in einen Dornröschenschlaf versunken. Nun hat der Verein Marningum, us Duaref (Mehring, unser Dorf) es sich zum Ziel gesetzt, dem Museum wieder Leben einzuhauchen.

Den Auftakt bildete der Tag des offenen Heimatmuseums mit der Möglichkeit, an fachkundigen Führungen mit Margot Bach und Wolfgang Thelen teilzunehmen. Zahlreiche Gäste kamen und plauderten bei dem einen oder anderen Becher Glühwein oder die Kinder bei alkoholfreiem Punsch und schauten mal wieder ins Museum rein.

Werner Dorsch und Peter Raßbach unterhielten an Ahnenforschung Interessierte mit Stammbäumen und Familiengeschichten. Der Höhepunkt des Tages war ein Mundartabend. Geschichten, Lieder und Gedichte in Moselplatt begeisterten die über 70 Besucher.

Ortsbürgermeister Jürgen Kollmann und Hans Zisch, der erste Vorsitzende des Vereins, begrüßten die Gäste selbstverständlich im moselfränkischen Dialekt. Im Programm wurde selbst verfasste Mundartprosa vorgetragen, aber auch Texte und Gedichte des Heimatdichters Peter Schröder, hier bekannt als Peter von der Mosel.

Dieser war in Mehring zur Welt gekommen und aufgewachsen. Noch heute wird im Weingut Schröder an ihn und den Gehlhänschesbaum erinnert. Robert Schröder, ein Nachfahre, las aus dessen Werken. Inge Herber-Neubrand erklärte „ons Moddersproch“. Zusammen mit dem zwölfjährigen Luis Hank erntete sie viel Beifall für die Diskussion zwischen Oma und Enkel über „Flausen im Kopf“.

Dank Petra Pauli wissen die Besucher nun auch, warum die Heinzelmännchen überall verschwunden sind und die Leute wieder alle Arbeit selbst erledigen müssen.

Werner Hau sang zur Gitarre Lieder mit eigenen Texten zur Mosel, zum Wein und nach der Melodie der „Ode an die Freude“ einen Song zum Viez.

Erfreut über den großen Zuspruch versprach Hans Zisch: „Auch im nächsten Jahr werden wir wieder die Tür zu solch einer Veranstaltung weit öffnen, um unser Heimatmuseum wieder mit Leben zu füllen“.