Muschelgeld und Sparschwein

TRIER. (QO) Ganz dicke Türen und enorm viel Geld: Etwa dreißig Kinder haben bei der Sparkasse Bereiche besucht, die fast keiner zu sehen bekommt. "Geld – was ist das eigentlich?" hieß die Veranstaltung im Rahmen des Zukunftsdiploms für Kinder.

Eine kleine Tour durch die Sparkasse und eine Überraschung wurde den sechs- bis zwölfjährigen Kindern angekündigt, die gern mehr über Geld, Tresore und Transporte erfahren wollten. Zunächst jedoch erfuhren sie von Kundenberater Sebastian Lorenz, seit wann es überhaupt Geld gibt, was man alles damit machen kann - und dass in einigen kleinen Läden in der Südsee noch heute mit Muschelgeld bezahlt wird. "Früher war der Naturaltausch üblich", erklärte Sebastian Lorenz den Kindern. "Zum Beispiel eine Tonne Wein gegen 100 Stockfische oder Hufeisen für fünf Pferde gegen 20 Stockfische." Selbst Münzgeld ist da noch handlicher, und es verdirbt nicht. Die Kinder erfuhren, dass die älteste Münze in Asien gefunden wurde und bereits 2700 Jahre alt ist. Das noch praktischere Papiergeld entdeckte Marco Polo vor 730 Jahren in China. In Europa waren die Schweden die ersten, die es einführten. Die Kinder staunten, dass von allem Geld, das weltweit in Umlauf ist, nur zwölf Prozent Papiergeld ist: Fast alles andere ist bargeldlos unterwegs, auf Girokonten beispielsweise. Auch über Taschengeld wurde diskutiert. "Das ist zum Sparen!", wusste Justin. "Dann kann ich mir selbst was kaufen." Auch Nico ist von der Spardose angetan. "Ich möchte auch mal was kaufen, ohne die Mama zu fragen", meinte Emily. Sebastian Lorenz erklärte den Kindern: "Jeder zehnte Jugendliche zwischen 13 und 24 hat schon Schulden." Die Kinder konnten einen echten 500-Euro-Schein bestaunen, bevor ihnen Cola, Apfelschorle und Eis die Pause versüßten. Schließlich ging es auf Entdeckungstour: Gemeinsam mit den Kindern leerte Serviceberater Benjamin Hohenester ein Sparschwein in den Geldzählautomaten: 20 Euro und 49 Cent. Gemeinsam zahlten sie es am Schalter auf ein Konto ein. Auf den Treppen nach unten entdeckten die Kinder jede Menge Spielgeld, welches die Auszubildenden Barbara Olejnizak und Jennifer Dixius "verloren" hatten. Eifrig wurde es in zwei Säckchen gesammelt. Mit diesen ging's nun zum Tresor. "Habt ihr schon so eine dicke Tür gesehen?" fragte Marketingmitarbeiterin Sabrina Laux. "Da kommt keiner durch!" Die Kinder durften jedoch zu Bankkauffrau Tanja Richstein, die hinter dicken Glasscheiben das Geld verwaltete. Hier lagen die Geldscheine in bunten Päckchen: "Das hier sind hunderttausend Euro!" Ein Päckchen von zehntausend Euro wurde blitzschnell in einer Maschine gezählt. "Die sind ganz neu, die hat noch niemand in der Hand gehabt." Die Kinder erfuhren, wie hier die Geldtransporte durchs Sicherheitstor kommen. Ihre Säckchen mit Spielgeld durften sie schließlich gegen schöne Sachen eintauschen: Jedes Kind bekam eine Tüte mit Werbegeschenken. Den zehnjährigen Freundinnen Angelina und Gesa hat alles viel Spaß gemacht, besonders den Tresor fanden sie beeindruckend. "Ich dachte nicht, dass die Scheine so viel Geld sind", sagte Julia. Nathalie (12) gefiel der Münzzähler sehr gut. Auch Alex und Nils (beide 7) waren begeistert: "Uns hat alles gefallen!"