Musik Weg mit dem Schubladen-Denken - So geht „BayrÖischer“ Jodel-Pop made in Trier (Videos)

Trier · Alles andere als Mainstream: Die Triererin Ingrid Schwarz hat mit ihrer Schweizer Kollegin einen ungewöhnlichen Musikstil kreiert. Was ihr Vater Joe damit zu tun hat, erzählt sie im Gespräch mit dem Trierischen Volksfreund.

 Die gebürtige Triererin Ingrid Schwarz und ihre Kollegin Yael de Vries haben einen ganz speziellen Musikstil kreiert.

Die gebürtige Triererin Ingrid Schwarz und ihre Kollegin Yael de Vries haben einen ganz speziellen Musikstil kreiert.

Foto: Ingrid Schwarz/Julia Steiner

BayrÖisch: Das ist kein Tippfehler, sondern ein Kunstwort des Duos „Da Yodla“. Den Begriff benutzen die Musikerinnen mit Augenzwinkern. Sie meinen damit die freie Mischung aus Österreichisch und Bayerisch, mit der sie singen. Gemeinsam setzen sich die gebürtige Triererin Ingrid Schwarz und Yael de Vries aus der Schweiz über Genregrenzen hinweg – bei ihrem neuen Musikprojekt mischen sie Jodelgesang mit modernen Musikstilen. Wie das klingt, ist im ersten Song von „Da Yodla“ hören. Mit „Party Chick“ nehmen die Musikerinnen den Schönheitswahn in den sozialen Medien aufs Korn – in einem Elektro-Swing-Track mit Jodeleinlagen, der nicht so schnell wieder aus dem Kopf geht.

Entstanden ist die Idee für „Da Yodla“, weil die beiden aus Spaß manchmal zusammen jodelten, erzählt Schwarz dem Trierischen Volksfreund. Schwarz und de Vries planten ein gemeinsames Projekt. Was jedoch als Klaviergesangsduo mit Cover-Songs geplant war, entwickelte sich schnell in eine andere Richtung. „Cover gibt es schon so viele!“, sagt Schwarz, „wir wollten etwas Neues machen“.

Der Name Ingrid Schwarz wird einigen Trierern bekannt vorkommen. Bereits ihr Vater Joe Schwarz war über die Stadt hinaus als Jazzmusiker bekannt. Als Mitglied der Alb-Hardy-Showband und damaliger Besitzer einer Jazzkneipe im Hamburger Hof gehörte er zum musikalischen Geschehen der Stadt.

 Joe Schwarz mit den Black Cats in den 70er Jahren im Palastgarten.

Joe Schwarz mit den Black Cats in den 70er Jahren im Palastgarten.

Foto: Ingrid Schwarz/Benedikt Kündgen

Mittlerweile arbeitet seine Tochter Ingrid ebenfalls als Musikerin im Bereich Jazz, Rock und Pop. „Von meinem Papa habe ich gelernt, dass man jede Musik gut machen kann!“ erzählt Schwarz. So komponierte sie im Musikstudium in Mannheim ihren ersten „Jazz-Jodler“. „Da dachten alle erst mal: Oh Gott, was macht sie jetzt?“, sagt Schwarz mit einem Lachen. Was auf den ersten Blick nach einer wilden Kombination klingt, hält die Musikerin für ähnlicher, als man glauben würde: „Im Grunde ist Jodeln nichts anderes als eine Improvisation“ – genauso wie im Jazz. Das Schubladendenken in der Musik will sie mit ihrer Kollegin in ihrem Projekt „Da Yodla“ aufheben.

Zum Jodeln kam Schwarz als Kind, als sie die Auftritte ihres Vaters auf den Cannstatter Wasen in Stuttgart erlebte. Ab da jodelte sie gerne und wollte sogar Österreichisch lernen, erinnert sie sich. „Das hat immer etwas Fröhliches!“ Daher entschieden sich Schwarz und de Vries dazu, im Dialekt zu singen. Dabei wollten sie es nicht zu genau nehmen; so entstand „BayrÖisch“.

Mittlerweile ist die Musikerin wieder in ihre Heimat zurückgekehrt und wohnt mit ihrem Mann in der Nähe von Trier. Sie sei gerne zurückgekehrt. Bei Auftritten auf dem Altstadtfest und in der Tufa war sie von der Stadt begeistert. Als dann ihr Mann ein Jobangebot in Luxemburg wahrnehmen konnte, stand es fest: „Das Schicksal hat mich wieder zurückgeführt!“

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