Musik zum Ausstellungsfinale

Das Leben ist endlich. Das wollen die Mitglieder des Hospiz Vereins Trier vermitteln. Deswegen haben sie die Abstellung "Letzte Inszenierung" nach Trier geholt. Am Samstag und Sonntag, 4./5. Juni, endet die Veranstaltungsreihe mit Informationstagen im Hospizhaus.

Trier. Das Thema Tod in die Gesellschaft tragen. Das sei eines der Ziele, die der Hospiz Verein Trier mit der Ausstellung "Letzte Inszenierung" von Thomas Brenner und dem Begleitprogramm erreichen will, erklärt Maria Brandau, zweite Vorsitzende des Vereins. Den Anlass für die Ausstellung geben auch die Jubiläen, die der 1996 gegründete Verein in diesem Jahr feiert (siehe Extra). Das Begleitprogramm besteht aus mehreren Veranstaltungen und Vorträgen zum Thema Endlichkeit des Lebens (der TV berichtete).
Darunter beispielsweise ein Poetry Slam - ein Dichterwettstreit - an der Universität Trier und die Abendveranstaltung "Last Night Show". Bei der "Last Night Show" des Trierer Theaters mit Klaus Michael Nix handelt es sich um Bühnenkunst, die sich etwas "schräg" mit dem Sterben beschäftigt. Auch weil während der Aufführung Gespräche mit einem Bestatter geführt werden. Die bereits gelaufene Show sei sogar so gut besucht worden, dass es im Oktober eine zweite Auflage geben wird, sagt Brandau stolz.
Parallel zu den Veranstaltungen und Vorträgen läuft die Ausstellung "Letzte Inszenierung" von Thomas Brenner. Die Bilder des Künstlers sind an den unterschiedlichsten Orten in der Trierer Innenstadt ausgestellt, unter anderem in der Fahrstraße bei SinnLeffers.
"Ziel ist es, die Bilder über die Endlichkeit des Lebens dort auszustellen, wo man sie nicht erwartet. Dadurch schaffen wir unerwartet Augenblicke und Momente." Und das funktioniere eben nur, indem man die Bilder nicht an den üblichen Ausstellungsorten zeige, ergänzt Beate Barg vom Dekanat Schweich-Welschbillig, die auch Mitglied des Organisationsteams ist. Dort würden die Menschen solche Darstellungen eher erwarten, fügt Brandau hinzu.
Genau das sei auch das Ziel der ebenfalls aufgebauten interaktiven Ausstellung. Dabei geht es um Schiefertafeln mit der Aufschrift "Bevor ich sterbe, möchte ich …", die derzeit in der Innenstadt ins Auge fallen. Mit Kreide können Passanten auf die Tafeln schreiben, was sie vor dem Tod noch erreichen oder besitzen möchten. "Damit schaffen wir Gesprächsmöglichkeiten", sagt Barg. "An den Tafeln kommt es oft zu sehr persönlichen Gesprächen", fügt Melanie Landry, die stellvertretende Pflegedienstleiterin des stationären Hospizes in der Ostallee, hinzu. Außerdem sei dadurch der Alltagsweg unterbrochen.
"Die Hospizeinrichtungen sehen neben der professionellen Begleitung und Pflege Schwerstkranker auch einen gesellschaftlichen Auftrag. Sie möchten vermitteln, dass der Tod zum Leben gehört, genau wie das Leben selbst", sagt Brandau.
Mit der Veranstaltungsreihe und der Ausstellung von Thomas Brenner habe man einen großen Schritt nach vorne gemacht. So sei nach der "Last Night Show" eine Zuschauerin zu ihr gekommen und habe gesagt, dass die Veranstaltung ihr die Berührungsängste zum Thema Tod genommen habe.
Am Samstag, 4. Juni, und Sonntag, 5. Juni, sind am Hospizhaus in der Ostallee Informationstage. Besucher können sich dann von jeweils 11 bis 17 Uhr über die Arbeit dort informieren. Für den Sonntag ist außerdem ein Frühschoppen mit der Band The Rats geplant.Extra

Der Hospiz Verein Trier wurde vor 20 Jahren gegründet. Sein Ziel ist es, den Hospizgedanken in die Gesellschaft zu tragen, so dass damit die Hospiz- und Palliativarbeit irgendwann überall selbstverständlich wird und Menschen in ihrer letzten Lebensphase besondere Unterstützung bekommen. 2001 ist das ehrenamtliche Engagement durch den ambulanten Hospiz- und Palliativ-Beratungsdienst ergänzt worden. 2006 wurde das Hospizhaus in der Ostallee aufgebaut. Hierzu spendeten Leser des TV etwa 400 000 Euro. Jährlich wird von einer Läufergruppe der Hospizlauf für den Verein veranstaltet. Damit werden ebenfalls Spenden gesammelt, die die laufenden jährlichen Kosten für das Hospizhaus sowie die Kosten für den ambulanten Hospiz- und Palliativberatungsdienst mitfinanzieren. Der Lauf ist für den Freitag, 8., und Samstag, 9. Juli, geplant und wird vom TV unterstützt. grau