Mut zum Lückenschluss

Das Tauziehen um den Bau einer Radwegebrücke über die L 143 bei Kell ist zu Ende. Die Gemeinde erhält ideelle und finanzielle Rückendeckung vom Kreis, obwohl die Fachbehörde die Brücke für verzichtbar hält.

Trier/Kell. Die Lücke im Ruwer-Hochwald-Radweg im Bereich der früheren Eisenbahnbrücke bei Kell kann geschlossen werden. Mit breiter Mehrheit schloss sich der Kreisausschuss dem Argument von Gemeinde und Verbandsgemeinde Kell an, dass die Überquerung der Landesstraße 143 ohne Brücke ein zu großes Sicherheitsrisiko darstellt. Der Bau der rund 130 000 Euro teuren Radwegebrücke war umstritten, weil sie nicht in der Gesamtplanung des Radweges enthalten und deshalb auch nicht finanziell abgesichert war. Hinzu kam, dass der Landesbetrieb Mobilität (LBM) sich auf den Standpunkt stellte, dass der Brückenbau aus Verkehrssicherheitsgründen nicht erforderlich sei; es gebe auf dem Maare-Mosel-Radweg in der Eifel auch Überquerungen von Landesstraßen ohne Brücken. Diese Lösung sei kostengünstig und dennoch verkehrssicher. Im Hochwald stuft man jedoch eine höhengleiche Überquerung als Sicherheitsrisiko für die Radwegebenutzer ein. Die Gemeinde Kell erklärte sich bereit, notfalls die Brücke auf eigene Faust zu realisieren. Wie Landrat Günther Schartz in der Kreisausschuss-Sitzung mitteilte, hat die Verbandsgemeinde Kell beim Innenministerium den vorzeitigen Baubeginn beantragt. Er rechnet mit einer 50- bis 60-prozentigen Förderung aus dem Investitionsstock des Landes. An den Restkosten will sich der Kreis zu einem Drittel beteiligen, wenn Gemeinde und Verbandsgemeinde Kell jeweils auch ein Drittel übernehmen. "Wir dürfen nicht abwarten, bis hier mal ein tödlicher Unfall mit einem Kind passiert", mahnte CDU-Sprecher Rudolf Müller, und sein Fraktionskollege Michael Hülpes erwähnte, dass die starke Frequentierung des Radwegs eine Brücke notwendig mache. Auch FWG-Chef Hugo Kohl ("Die Gemeinde Kell verhält sich verantwortungsvoll") und Claus Piedmont (FDP) signalisierten Zustimmung. Einzig Alfons Maximini (SPD) hatte Vorbehalte und lehnte einen Brückenbau ab. Jahrelang sei in vielen Gremien über die Radwegeplanung gesprochen worden, und plötzlich werde diese Brücke gefordert. Dies sei eine Verschwendung von Steuergeldern. Maximini schloss sich der Argumentation des LBM an, dass an dem Kreuzungspunkt das Aufstellen von Warn- und Hinweisschildern ausreichend sei.

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