Mutig und notwendig

Baudezernent Peter Dietze beweist Mut. Er macht einen neuen Vorschlag für eine Verkehrsentlastung des gebeutelten Stadtteils Kürenz, obwohl er sicher sein konnte, damit auf erheblichen Widerstand der Bürgerinitiative zu stoßen.

Und siehe da: Die Pläne waren noch nicht im ersten politischen Gremium angekommen, da forderte die BI bereits eilfertig seinen Rücktritt. Gemach, gemach, möchte man den Anwohnern zurufen. Die tun sich nämlich keinen Gefallen damit, an ihrer Maximalforderung nach der Tunnellösung festzuhalten. Wer dies verlangt, der ignoriert die Realität. Angesichts gänzlich leerer Kassen können und dürfen keine 19,5 Millionen Euro für ein einziges Projekt fließen, zumal dies nur dem Autoverkehr dient. Dietzes "Grüneberg-Lösung" wird voraussichtlich nur die Hälfte kosten und ist immer noch teuer genug, aber die Chance auf eine mittelfristige Realisierung steigt damit erheblich. Allerdings ist der Baudezernent nicht nur mutig. Sein früheres leeres Versprechen, bis zur Landesgartenschau sei alles geregelt, hat die Bürger zurecht erzürnt. Kein Wunder, dass sie Justitia einschalteten. Und so dürfte Dietzes Vorstoß auch der Tatsache geschuldet sein, dass am 30. Januar vor dem OVG in Koblenz verhandelt wird. Die Richter haben schon früher deutlich gemacht, sichtbare Fortschritte auf dem Weg zu einer Verkehrsentlastung seien notwendig. Hätte Dietze jetzt nicht reagiert, hätte er riskiert, dass unter Umständen für den boomenden Petrisberg ein Baustopp verhängt worden wäre, eine mittelschwere Katastrophe für die Stadt. f.giarra@volksfreund.de

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