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Mutmaßlicher Schreckschuss-Schütze in Trier: Kaufland-Mitarbeiter entdecken Waffe

Mutmaßlicher Schreckschuss-Schütze in Trier: Kaufland-Mitarbeiter entdecken Waffe

An der Kasse des Kaufland-Markts im Alleencenter an der Ostallee fiel der mutmaßliche Schreckschuss-Schütze auf, nach dem die Polizei am Mittwoch in der City gefahndet hatte. Der Trierische Volksfreund rekonstruiert, wie es anschließend zur Festnahme kam.

Als der Mann zu seinem Portemonnaie in der hinteren Hosentasche greift, blitzt die Waffe, die in seinem Hosenbund steckt, auf. Die Kassiererin im Kaufland-Markt reagiert sofort und informiert den Sicherheitsdienst des Alleencenters. "Unser Mitarbeiter rief daraufhin unmittelbar die Polizei und verfolgte - mit der Polizei per Telefon in Kontakt - den Verdächtigen", berichtet Christoph Fuhr, Abteilungsleiter bei der UTS Sicherheit&Service-GmbH, am Donnerstagmittag im Gespräch mit dem Trierischen Volksfreund.

Das Security-Unternehmen mit Sitz in Föhren hat rund 100 Mitarbeiter. Der Mann, der den vermutlichen Schreckschuss-Schützen der Polizei meldete, arbeitet seit mehreren Jahren für das Unternehmen im Alleencenter. "Aber mit jemandem, der eine Schusswaffe dabei hat, hatte er dabei noch nie zu tun", sagt sein Chef Christoph Fuhr.

Aus dem Kaufland sei der Verdächtige eine Etage tiefer zum Elektroladen Media-Markt gegangen. Der Security-Beauftragte ließ ihn dabei nicht aus den Augen. "Er hat genau richtig gehandelt, den Mann beobachtet, aber ihn nicht selbst direkt verfolgt oder gestellt", sagt Fuhr. Das sei Sache der Polizei gewesen, die kurze Zeit später in Zivilkleidung anrückte, den Mann im Media-Markt umstellte und anschließend festnahm. Der Verdächtige leistete dabei keinen Widerstand .

Die Mitarbeiter des Kauflandes und der Sicherheitsbeauftragte des Alleencenters waren auf den Mann auch aufgrund der Personenbeschreibung der Polizei aufmerksam geworden, die der TV am Mittwoch auf Facebook und auf volksfreund.de veröffentlicht hatte. "Unserem Mitarbeiter war über Facebook bekannt, dass die Polizei nach einem Mann sucht, auf den das Aussehen des Verdächtigen zutrifft", sagt UTS-Chef Christoph Fuhr.

Am Donnerstagmorgen statteten Zivil-Beamte der Kriminalpolizei erneut dem Media-Markt einen Besuch ab: Diesmal um die Aufzeichnungen der Überwachungskameras sicherzustellen, offenbar um zu überprüfen, ob diese weitere Hinweise auf die möglichen Motive und das Verhalten des mutmaßlichen Schreckschuss-Schützen liefern.

Polizei und Staatsanwaltschaft haben für den heutigen Donnerstag eine Pressemitteilung angekündigt mit Einzelheiten zu dem Fall. Bislang ist nicht bekannt, welche Straftat dem aus dem Raum Trier stammenden Mann letztlich vorgeworfen wird oder ob er in Untersuchungshaft sitzt. Nach den letzten Mitteilungen der Polizei hatte der Mann eine Schusswaffe dabei, vermutlich eine Schreckschusspistole. Laut Zeugenaussagen soll er im Kaufhaus-Parkhaus im Margarethengässchen in der Trierer City am Montagmorgen gegen 10 Uhr drei Schüsse abgegeben haben. Verletzt wurde dabei niemand. Die Sache hatte in der gesamten City einen Großeinsatz der Polizei ausgelöst.

Schreckschusswaffen, die meist echten Pistolen oder Revolvern täuschend ähnlich sehen, verschießen keine scharfen Projektile, sondern Reizgas- und Kartuschenmunition. Aus nächster Nähe abgefeuert, können sie trotzdem schwere oder sogar tödliche Verletzungen verursachen. Wer einen kleinen Waffenschein hat, darf Schreckschusswaffen auch in der Öffentlichkeit mit sich führen. Den kleinen Waffenschein wiederum kann grundsätzlich jeder beantragen, der volljährig ist, allgemein gesund und nicht vorbestraft. Schießen darf man mit Schreckschusswaffen allerdings nur auf "befriedetem Besitztum" und - auch mit kleinem Waffenschein - nicht in der Öffentlichkeit.Mehr zum Thema

Um festzustellen, ob tatsächlich geschossen wurde, setzt die Polizei am Mittwoch, 14. Dezember, Sprengstoffspürhunde im Kaufland-Parkhaus im Trierer Margaretengässchen ein. TV-Foto: Christiane Wolff Foto: Christiane Wolff

Bericht: Großeinsatz der Polizei in Trier: Stundenlange Fahndung nach einem Verdächtigen
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