Mutterhaus und Brüderkrankenhaus bieten Strahlentherapie für Krebspatienten aus der Region Trier

Kostenpflichtiger Inhalt: Medizin : Eine doppelte Chance für Krebspatienten aus der Region Trier

Bislang hat das Klinikum Mutterhaus bei der Krebstherapie mit seiner Abteilung für Strahlentherapie eine Ausnahmestellung. Nun will auch das Brüderkrankenhaus aufrüsten.

Die Medizintechnik schreitet in großen Schritten voran. Auch bei der Behandlung von Krebserkrankungen verbessern moderne Geräte auf dem Weg zur künstlichen Intelligenz die Chancen auf Heilung. Das Klinikum Mutterhaus ist als Onkologisches Zentrum Anlaufstelle für Patienten aus der ganzen Region. Ein neuer Linearbeschleuniger für die Strahlentherapie (siehe Info) markiert dort nun eine weitere Innovation für die Versorgung krebskranker Menschen. Es ist auch eine Investition mit Blick auf das Brüderkrankenhaus, wo in einiger Zeit ein ähnliches High-Tech-Gerät stehen soll. 

Zwei Millionen Euro Euro teuer ist das neue, sieben Tonnen schwere  Großgerät, das im Mutterhaus Mitte ein in die Jahre gekommenes Vorgängermodell ab sofort ersetzt. Ein zweiter Linearbeschleuniger im Untergeschoss der Strahlentherapie wurde gleichzeitig technisch aufgerüstet. Für den notwendigen Umbau der Behandlungsräume hat die Klinik eine weitere Million investiert.   „Wir können den uns anvertrauten Menschen eine noch bessere, schonendere Therapie in kürzerer Bestrahlungszeit ermöglichen und gewinnen dadurch mehr Zeit für unsere Patienten“, freut sich Geschäftsführer Jörg Mehr.

Dass die Zeitersparnis durch den  hochmodernen „Truebeam-Linearbeschleuniger“ mehr Zuwendung für die kranken Menschen ermöglichen soll, sagt auch die zuständige Chefärztin, Dr. Birgit Siekmeyer.  „Das Arbeiten am Gerät ist sehr viel einfacher und ergonomischer geworden.“  Auch für die Mitarbeiter des gut 20-köpfigen Teams der Abteilung für Strahlentherapie bringe die neue Technik deshalb Vorteile. „Die Lagerung der Patienten ist viel exakter möglich. Bei kleinsten Bewegungen korrigiert das Gerät automatisch nach, damit wirklich nur der Tumor bestrahlt wird.“

Viele Patienten kommen sieben Monate lang regelmäßig zur Behandlung in die Strahlentherapie. Der Termin dauert dann zwar nur zehn Minuten, die Bestrahlung nur drei. „Man glaubt aber nicht, wie lang diese drei Minuten sein können, wenn man absolut ruhig liegen muss“, verdeutlicht Chefärztin Siekmeyer. „Unsere Patienten müssen sich gut aufgehoben fühlen.“

Das spezielle Angebot für die Behandlung von Krebspatienten mit Linearbeschleuniger gibt es in der Region bislang lediglich im Klinikum Mutterhaus Trier-Mitte und in der Xcare-Praxis im Stadtteil Trier-Eh­rang der gleichnamigen Firmengruppe mit Sitz in Saarlouis. Mit dieser Konkurrenz konnte das Mutterhaus bislang gut leben, weil die räumliche Distanz groß ist und der Einzugsbereich für die Patienten sich unterscheidet. Weil aber die Pläne für den Einbau eines ähnlichen Großgeräts im nur wenige Hundert Meter entfernten Brüderkrankenhaus immer konkreter werden, wächst die Nervosität bei den Verantwortlichen.  Es sollen in diesem lukrativen Behandlungsfeld keine Patienten an die unmittelbaren Mitbewerber verloren werden.

„Wir können bestätigen, dass im Untergeschoss unseres derzeit im Bau befindlichen neuen Bettenhauses „St. Martinus“ Räumlichkeiten für eine Strahlentherapie vorgesehen sind, die von der überörtlichen Gemeinschaftspraxis Xcare betrieben werden wird“, sagt ein Sprecher des Brüderkrankenhauses. Und auch im Krankenhaus in Wittlich wird Xcare ab dem Frühjahr 2020 eine Praxis eröffnen.

Die Entwicklung in der Strahlentherapie ist rasant. Ob das Mutterhaus Platz 1 für die modernste Anlage in der Region schon bald verlieren wird, scheint möglich. Chefärztin Birgit Siekmeyer bleibt optimistisch: „Ein ganzheitliches Behandlungsangebot gibt  es nur bei uns.“

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