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Mysteriöse Katzentode in Sirzenich - Tierarzt bestätigt Vergiftungssymptome

Mysteriöse Katzentode in Sirzenich - Tierarzt bestätigt Vergiftungssymptome

Vor zwei Jahren hat ein Unbekannter in Sirzenich Katzen mit einem Luftgewehr niedergestreckt. Jetzt sind im selben Wohngebiet wieder Tiere qualvoll verendet - alle Anzeichen deuten auf Gift. Treibt ein Katzenhasser sein Unwesen?

Trierweiler-Sirzenich. Marlies und Toni Thull aus der Feldstraße in Sirzenich sind Katzenfreunde. Sie haben schon viele Streuner aufgenommen, aufgepäppelt und ihnen ein Zuhause gegeben. So war es auch mit "Blümchen", die ihnen im vergangenen Oktober zugelaufen war. Jetzt ist Blümchen tot. Begraben haben Thulls ihre Katze im Garten - unweit jener Stelle, bis wohin sich das Tier am Nachmittag des 16. Juli wohl noch mit letzter Kraft schleppen konnte, bevor es qualvoll verendete. "Sie hatte ein weißliches Sekret ums Maul", berichtet Toni Thull. Die Symptome ließen auf einen Gifttod schließen. Das habe der Tierarzt bestätigt. Aus Kostengründen wollte die Familie das Tier aber nicht obduzieren lassen. Wegen einer komplizierten Geburt mit Kaiserschnitt habe man erst 500 Euro für Blümchen aufgewendet, sagen die Thulls.
Sie befürchten, dass jemand absichtlich in Sirzenich "Streugift" auslegt, um Tiere zu töten. Gehört haben sie schon von dem Stoff, der Katzen anziehe und beim Einatmen zum Tod führen könne. An Giftköder glauben sie nicht. "Blümchen hat nur Trockenfutter bekommen, an einen Köder wäre sie nie gegangen", sagt Toni Thull. Am nächsten Tag haben er und seine Frau Anzeige bei der Polizei erstattet, zumal sie einen weiteren unerklärlichen Verlust zu beklagen hatten: Luna, die den Thulls mit Blümchen zugelaufen war, war am 14. Juli nicht von ihrem Ausgang zurückgekehrt. Sonst sei sie immer alle zehn Minuten ins Haus gekommen, sagen die Thulls. Vor gut zwei Jahren hatten sie schon einmal Anzeige gegen unbekannt erstattet, weil ihr Kater Luzifer von zwei Luftgewehrkugeln getroffen worden war. Er musste eingeschläfert werden (der TV berichtete).
Beunruhigt hat die Thulls bei dem aktuellen Fall auch, dass nur zwei Parallelstraßen unter ihnen, in der Grabenstraße, ebenfalls eine Katze auf unnatürliche Weise zu Tode gekommen ist. Vor zwei Wochen, berichtet Szymon Bielecki, habe er seine neunjährige Katze tot im Garten gefunden. Nichts habe auf eine Verletzung hingedeutet, das Tier sei - wie Blümchen auch - kerngesund gewesen.
Die beiden mysteriösen Katzentode rufen auch die Gemeinde auf den Plan. Es sei erschreckend, wie leichtfertig Leute mit Gift umgingen, sagt Trierweilers Ortsbürgermeister Matthias Daleiden. Und das in einem Wohngebiet mit vielen kleinen Kindern. Er will im nächsten Amtsblatt einen Warnhinweis an die Bevölkerung veröffentlichen.
Unterdessen ermittelt die Kripo Trier wegen des rätselhaften Todes von Blümchen. Vorsatz nachzuweisen sei schwierig, sagt Polizeisprecherin Monika Peters. Todesfälle bei Katzen oder Hunden im Zusammenhang mit Gift seien in jüngster Zeit nicht gehäuft aufgetreten.
Häufig wird in sozialen Netzwerken über Giftköder spekuliert. Im Frühjahr sollen welche in Trier und im Ruwertal ausgelegt worden sein. Ende Juni hatte sich ein Köder, der in Trier-Euren gefunden wurde, als ein freiverkäufliches Mittel zur Abschreckung von Hunden entpuppt (der TV berichtete). Das Mittel soll Hunde davon abhalten, ihr Geschäft an unerwünschten Stellen zu verrichten.