Mysteriöser Mord in maroderVilla

Trier/Traben-Trarbach · Als Retrokrimi bezeichnet Christa Blasius ihren Roman "Hinter Mammutbäumen". Orientiert hat sie sich am Stil und den Vorbildern des Genres aus den 1960er Jahren, für die sie ein besonderes Faible hat.

Ein feines Gespür für ungewöhnliche Situationen und Dialoge: Christa Blasius mit ihrem Krimi „Unter Mammutbäumen“. TV-Foto: Heinz Kreil

Foto: (h_st )

Trier/Traben-Trarbach. Es ist ein Krimi nach klassischem Muster, den Christa Blasius kürzlich vorgelegt hat. Hier die Details des Krimis:
Das Buch: Ein Mord geschieht, ein sympathischer, ein wenig kauziger Kommissar, Josef Schuster, ermittelt. Im Vordergrund stehen nicht blutrünstige Tatdetails, sondern Menschen, Milieus und skurrile Dialoge. Das spannende Buch hat 193 Seiten und ist im Stephan-Moll-Verlag erschienen. Für zehn Euro ist es in jeder Buchhandlung erhältlich.

Die Handlung: In einer alten Jugendstil-Villa in Traben-Trarbach, verborgen hinter Mammutbäumen vor sich hin schlummernd, scheint die Zeit stehengeblieben zu sein. Frau von Berg, neben Hausmeister Simeon Millen einzige Bewohnerin des einstmals stattlichen Anwesens, verbringt ihre Tage im Fernsehsessel. Dort findet Millen die alte Dame eines Morgens erschossen vor und weiß sofort, wen er am stärksten in Verdacht hat.
Nun tritt Kommissar Schuster auf den Plan und stolpert gleich beim ersten Besuch des Tatorts über lauter äußerst schräge Figuren.
Die Autorin: Christa Blasius wurde in Trier geboren und arbeitet in der Verwaltung des Bildungszentrums Trier. Sie hat Germanistik und Kunstgeschichte studiert und war als Journalistin und Sprachpädagogin in Berlin, Köln und München tätig. Einigen Trierern dürfte sie noch durch ihre bissigen Satiren im Magazin "Katz" bekannt sein.
Seit 2005 lebt sie wieder in Trier. Neben Texten im Bereich Kunstgeschichte ist auch eine Ortschronik von Wehr an der Obermosel entstanden. 2014 erhielt sie für ihren Einakter "Der Vorhang" den Trierer Förderpreis Kultur in der Kategorie Dramatischer Text. Der zweite Krimi geht demnächst in Arbeit.

Leseprobe:
"Gelobt sei Jesus Christus", sagte er, ich möchte zu Herrn Wallenstein. Der grau melierte Wallenstein reckte seinen Kopf empor, verbreiterte seinen Oberkörper, der in einem karierten Hemd steckte, nahm betont langsam einen Zug an der Zigarette und sagte mit argwöhnischem Grinsen, während der Qualm stoßweise aus seinem Mund herausdampfte: "Bei der Arbeit. Wer gibt uns die Ehre?"
"Kommissar Schuster. Ich möchte zu Herrn Millen."
"Was hat er denn verbrochen?"Extra

Wie sieht die Autorin ihr Buch? Wir haben Christa Blasius gebeten, folgende Sätze zu vervollständigen: Ich habe dieses Buch geschrieben, weil ... ... ich mich als neugieriger Mensch durch die Fiktion der Realität nähern kann. Das Besondere daran ist ... ... die Skurrilität des scheinbar Normalen. Auf jeden Fall lesen sollte es... ... der Fan klassischer Kriminalromane. hek