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Nach 40 Jahren ist IAT-Tower fertig: Hotel, Restaurant, Wohnungen und Büros in Triers höchstem Haus

Nach 40 Jahren ist IAT-Tower fertig: Hotel, Restaurant, Wohnungen und Büros in Triers höchstem Haus

Nach 14 Monaten Bauzeit ist aus Triers höchstem Wohngebäude der IAT-Tower geworden. Einen zweistelligen Millionenbetrag hat der Eigentümer der Immobilien-Agentur Trier (IAT24.de), Harry Gergen, in sein "Leuchtturmprojekt" investiert, das auch wieder Hotel ist, aber längst nicht nur.

Trier-Nord. 55 Meter vom Boden bis zur Mobilfunkantenne, 15 Etagen, 12 000 Quadratmeter Wohn-/Nutzfläche: Das 40 Jahre alte Hochhaus am Verteilerring ist für Trierer Verhältnisse eine wahrhaft große Nummer und für über die A 602 kommende Autofahrer das erste, was sie von der Stadt wahrnehmen. Eine gute Visitenkarte für Trier war das Hotel aber nicht unbedingt, wie schon die häufigen Namenswechsel ahnen ließen: Holiday Inn, Scandic Crown, Team Hotel, Tulip Inn, ab 2001 NH-Hotel. Mancher sah vor seinem geistigen Auge schon eine dauerhafte Betonruine, als der Hotelbetrieb Mitte 2012 aus Brandschutzgründen stillgelegt wurde und Navarra-Hotels (NH) ihren Mietvertrag auslaufen ließen.
Des einen Pech als des anderen Glück? "Ja, kann man so sagen", resümiert Harry Gergen (53). Der Eigentümer des Immobilien-Unternehmens IAT24.de sah im Ausstieg der spanischen Hotelkette und in dem gewaltigen Investitionsstau seine Chance: Er machte der norwegischen Investmentgruppe, der das Hotelhaus gehörte, den Verkauf schmackhaft - und wurde tatsächlich neuer Besitzer. Was Gergen bei weitem nicht nur Zuspruch und Anerkennung einbrachte: "Viele Leute dachten, ich sei völlig plemplem." Klar, der Kauf und die Umwandlung des Karl-Marx-Haus-Studienzentrums 2010 in ein Wohnhaus - das hatte man dem aus dem Saarland stammenden Selfmade-Immobilienmanager noch zugetraut. Da ging es ja auch "nur" um drei Millionen Euro. Aber den maroden größten Hotelbau der Region auf Vordermann bringen und ihm neues Leben einhauchen …102 Hotel-Doppelzimmer


Über die konkrete Investitionssumme schweigt sich Gergen aus. Branchenkenner schätzen, dass in dem "Leuchtturmprojekt IAT-Tower" 15 bis 20 Millionen Euro stecken dürften.
Nach knapp 14 Monaten Renovierung, Sanierung und Modernisierung ist der Tower nun so gut wie fertig. Das Innenleben: Von der zweiten bis zur sechsten Etage ein Hotel (IAT Plaza) mit 102 Doppelzimmern, von der siebten bis zur neunten Etage 24 voll eingerichtete Hotel-Wohnungen (können von Geschäftsleuten und Touristen über einen längeren Zeitraum gemietet werden), und von den Etagen zehn bis 14 30 Eigentumswohnungen, die binnen kurzer Zeit verkauft waren. Auch eine Anwaltskanzlei und ein Planungsbüro sind in den IAT-Tower eingezogen; Gergens Firma (zuvor in der Hontheimstraße im Stadtteil Euren) hat nun ihren Sitz im Staffengeschoss ganz oben.
Im Erdgeschoss werden derweil Erinnerungen an gute alte Gastro-Zeiten wach: Dort betreiben Sascha Hamp (30) und seine Frau Jessica (23) ein 160-Plätze-Restaurant, "das so heißt, wie wir: Hamp". Der Name dürfte ziehen: der gebürtige Dauner war zuletzt Küchenchef im Weinromantik-Hotel Richtershof (Mülheim/Mosel), Jessica Hamp Restaurantleiterin im LeTemple in Neuhütten/Hochwald.
Gergen preist die beiden als "absolute Idealbesetzung". Bei der Leitung des Hotels, das er gemeinsam mit seiner "rechten Hand" Jochen Weyand (50) betreibt, gestaltete sich die Besetzung offenbar etwas schwieriger. Kaum engagiert, trennte man sich vom ersten Direktor - "einvernehmlich, weil die Philosophien zu unterschiedlich waren". Neuer Leiter ist Jens Wörl (31), vormals Vize im Arcadia Hotel. Er peilt die Zertifizierung des IAT Plaza als Vier-Sterne-Haus an. Das NH-Hotel hatte drei Sterne.
Apropos gute alte Zeiten: Die Karnevalsgesellschaft Onner Ons 1865 hält ihre Veranstaltungen (Ordensfest, drei Sitzungen, Heringsessen) in der 356 Sitzplätze umfassenden City-Hall des IAT-Plaza ab. Nach 13 Jahren im Lycée Ausone kehren die Onner Onser zum 150-jährigen Bestehen wieder an den Verteilerring zurück - für viele der Mitglieder eine Art "freudiger Heimkehr".