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Nach Biss in Kinderarm: Labrador besteht Wesenstest

Nach Biss in Kinderarm: Labrador besteht Wesenstest

Der Labrador, der Anfang Juni in Tarforst einen siebenjährigen Jungen in den Unterarm gebissen hat (der TV berichtete), ist kein "gefährlicher Hund". Das ist das Ergebnis einer Wesensprüfung, mit der das Trierer Ordnungsamt einen Sachverständigen beauftragt hatte.

Trier. Auf einem Privatweg, der hinter Gartengrundstücken in Trier-Tarforst herführt, ist am 5. Juni ein Siebenjähriger von einem Labrador in den Unterarm gebissen worden. Die Wunde musste im Krankenhaus genäht werden (der TV berichtete).
Die Mutter des Jungen hatte den Vorfall beim städtischen Ordnungsamt und bei der Polizei angezeigt. Die Staatsanwaltschaft verfolgt ihn allerdings nicht weiter: "Es besteht kein besonderes öffentliches Interesse, die Verletzung war vergleichsweise gering, und der Hund war bislang noch nicht auffällig geworden", erklärt Oberstaatsanwalt Jürgen Brauer auf TV-Nachfrage.
Dazu käme, dass die Hundehalter sich dazu bereiterklärt hätten, die Einfriedung des Grundstücks zu verbessern und ein neues Gartentor anzubringen. "Außerdem hat die Mutter des Jungen auch keinen Strafantrag gestellt und zu erkennen gegeben, dass sie kein Interesse an einer weiteren Strafverfolgung hat", sagt Oberstaatsanwalt Brauer.
Das städtische Ordnungsamt hatte eine Wesensprüfung des Hundes angeordnet. Fachleute der Diensthundestaffel der Polizei haben diese vorgenommen. "Nach Einschätzung des Sachverständigen ist der Hund nicht als "gefährlicher Hund" im Sinne des Landesgesetzes über gefährliche Hunde einzustufen", erklärt der städtische Pressesprecher Ralf Frühauf auf TV-Nachfrage.
Biss bleibt ohne Konsequenzen


Für die Hundehalter und den Labrador ergeben sich aus dem Vorfall daher keine weiteren Konsequenzen. Die Hundehalter wollten sich auf Nachfrage des Trierischen Volksfreunds nicht zu der Angelegenheit äußern.
Als gefährliche Hunde gelten laut Landeshundegesetz: "Hunde, die sich als bissig erwiesen haben, Hunde, die durch ihr Verhalten gezeigt haben, dass sie Wild oder Vieh hetzen oder reißen, Hunde, die in aggressiver oder Gefahr drohender Weise Menschen angesprungen haben und Hunde, die eine über das natürliche Maß hinausgehende Kampfbereitschaft, Angriffslust, Schärfe oder andere in ihrer Wirkung vergleichbare Eigenschaft entwickelt haben". woc
Extra

Alle Hundehalter müssen laut städtischer Verordnung dafür sorgen, dass ihr Hund aus dem Hausanwesen und dazugehörigen Flächen nicht unkontrolliert beziehungsweise nicht ohne menschliche Mitwirkung entweichen kann und dann unbeaufsichtigt im Wohngebiet und angrenzenden Bereichen umherläuft. außerhalb eines Hausanwesens, im Straßenbereich, in bewohnten und bebauten Bereichen nur sicher angeleint ausgeführt wird. außerhalb geschlossener Ortschaften an unübersichtlichen Stellen, an denen mit der Begegnung von Mensch und Tier zu rechnen ist, sicher angeleint ist. von Personen ausgeführt wird, die Willens und in der Lage sind, in ausreichendem Maß auf ihn einzuwirken. woc