Wetter: Nach den Wassermassen droht neues Ungemach

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Die Pegel sinken vorerst zwar. Doch am Wochenende könnte es wieder nasse Füße und jede Menge Arbeit für die Feuerwehren geben.

Es ist die Ruhe nach der Flut. Nun kann Bilanz gezogen werden, was alles seit Montagabend geschehen ist. Und was nun ansteht.

Foto: TV/Scheidweiler, Jonas


Jede Menge zu tun 229 Notrufe sind insgesamt zwischen Montag, 21 Uhr, und Dienstag, 12 Uhr, bei der Integrierten Leitstelle Trier aufgelaufen. Davon kamen 77 aus dem Landkreis Trier-Saarburg, 57 aus der Stadt Trier, 34 aus dem Eifelkreis Bitburg-Prüm, 46 aus dem Landkreis Bernkastel-Wittlich und 15 aus dem Vulkaneifelkreis. Das zeigt, wo der Schwerpunkt der Wetterkapriolen gelegen hat. In Trier hat es nach Auskunft von Ernst  Mettlach, Sprecher der Stadtverwaltung Trier, 24 wetterbedingte Einsätze gegeben. „Dabei handelte es sich in den meisten Fällen um vollgelaufene Keller, verstopfte Kanalabläufe und rückstauende Bodenabläufe oder überlaufende Pumpenschächte“. Es waren rund 100 Kräfte der Berufsfeuerwehr Trier und der freiwilligen Löschzüge im Einsatz. Auch anderswo gab es viel zu tun. In der VG Ruwer waren beispielsweise Einheiten aus Kasel, Osburg, Waldrach, Mertesdorf, Gutweiler, Sommerau, Korlingen sowie Pluwig-Gusterath aktiv.

Teile eines Gerüsts sowie Treibholz haben in Aach den Kanal verstopft. Als Konsequenz lief Wasser in mehrere Häuser. Foto: TV/Harald Jansen


Noch Handlungsbedarf Für den strahlenden Sonnenschein haben Bewohner der Beßlicher Straße in Aach am Mittwoch nur wenig übrig. Einen Tag nach der Überschwemmung in der Gemeinde haben sie eher einen Blick dafür, Häuser, Garagen und Wege wieder sauber zu bekommen. Denn erst seit Dienstagabend ist die größte Gefahr gebannt. Dazu musste erst die Fahrbahn der Landesstraße 43 aufgerissen und ein verstopftes Kanalrohr aufgebrochen werden (der TV berichtete). Erst dann war es möglich, den Stopfen zu lösen, der den Kanal blockiert hat und der dafür sorgte, dass der Klinkbach den Ortskern flutete.

Wenn die Flut weicht, bleiben Unrat und Zweige zurück. Das muss noch beseitigt werden. Foto: Roland Morgen

Der Stopfen bestand nicht wie zuerst angenommen nur aus Gerüstteilen, die durch die heftigen Regenfälle vom Bach mitgerissen worden waren. Unter anderem befand sich auch ein durchaus mächtiger Baumstamm im Kanalrohr. Das alles konnte dorthin gelangen, da es kein Gitter gibt, das Baumstämmen oder auch Kindern den Einlass in das weit mehr als als ein Meter hohe Rohr verwehrt. Auch am Einlass des nahe gelegenen Rolkemsbach gibt es kein solches Gitter.

Die Straße Richtung Beßlich ist vorerst für den Durchgangsverkehr gesperrt (siehe Grafik). Und sie wird es nach Auskunft des Landesbetriebs Mobilität (LBM) Trier auch vermutlich für zwei Wochen bleiben. Denn es müssen nicht nur die Straße und der Kanal repariert werden. Zudem wird laut LBM-Pressesprecher Hans-Michael Bartnick „kurzfristig ein neues Einlaufbauwerk hergestellt, welches Treibgut­einträge in die Verrohrung verhindern wird. Eine Wiederholung soll damit ausgeschlossen werden.“

Nach dem Regen ist vor dem Regen Nachdem Mitglieder der Feuerwehren aus dem Raum Aach ähnlich wie viele ihrer Kollegen seit Dienstagabend stundenlang Schwerstarbeit geleistet haben, sind die Einheiten erst einmal wieder in ihre Stützpunkte zurückgekehrt. Bis  Donnerstag können die Einsatzkräfte laut Trier-Saarburger Kreisfeuerwehrinspekteur Christoph Winckler vermutlich erst mal durchschnaufen. Richtung Wochenende wird Winklers Optimismus jedoch kleiner. Gleich mehrere Wetterdienste melden Sturm und erneut Regen. Winckler zweifelt, dass die Pegel der Flüsse bis dahin soweit zurückgegangen sind, dass erneute Regenfälle sie nicht wieder anschwellen lassen werden.

Weiteres Problem: „Wenn es stürmt, werden Bäume fallen“, sagt Winckler. Weil der Boden so weich sei, hielten die Wurzeln sie nicht im Boden. Die Situation sei angespannt. Spätestens am Freitag müsse die Feuerwehr die Wetterlage noch einmal betrachten und einen Plan für mögliche Einsätze am Wochenende erstellen.

Wie es weitergeht Wann die Radwege entlang des Moselufers nicht mehr überschwemmt sind, kann derzeit niemand sagen. Wenn sie nicht mehr unter Wasser stehen, werden sie laut Pressesprecher Mettlach im Stadtgebiet von den zuständigen Ämtern der Stadt Trier gereinigt.

Ähnlich sieht es laut Wolfgang Deutsch von der VG-Verwaltung Schweich in der Verbandsgemeinde Schweich aus. Dort ist das Reinigen der Radwege an der Mosel Sache der Verbandsgemeinde, die vermutlich eine Firma mit den Aufräumarbeiten beauftragen wird.