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Nach der Wahl ist vor der Kaster-Frage

Nach der Wahl ist vor der Kaster-Frage

Nach dem Debakel bei der Landtagswahl bleibt der CDU in der Stadt Trier und dem Kreis nicht viel Zeit, um Wunden zu lecken. Die nächste Herausforderung wartet: Wer soll als Kaster-Nachfolger nach Berlin?

Trier. Wenn sich die führenden Leute der Kreis-CDU am Freitag im Weingut Weis in Mertesdorf treffen, wird das sicher kein gemütliches Plauderstündchen in weinfroher Runde werden. Auch für Wehklagen ob des schlechten Abschneidens bei der Landtagswahl am Sonntag bleibt wenig Zeit. Die Christdemokraten aus der Stadt Trier und dem Kreis stehen vor einem neuen Problem: Wer soll das Erbe des Trierer Bundestagsabgeordneten Bernhard Kaster in Berlin antreten?
Die Zeit drängt. Schon 2017 ist Bundestagswahl. Spätestens Mitte des Jahres wolle man den Kandidaten präsentieren, sagt der CDU-Kreisvorsitzende Arnold Schmitt. Schmitt, der am Sonntag das Direktmandat im Wahlkreis Trier/Schweich gewann, hat klare Vorstellungen: "Es soll ein junger Kandidat sein, der unsere Region für mehrere Legislaturperioden in Berlin vertreten kann." Die Trierer Christdemokraten wollen dieses Thema am nächsten Dienstag zur Sprache bringen. "Eine Entscheidung wird dann aber noch nicht fallen", sagt Vorsitzender Udo Köhler.
LANDTAGSWAHL 2016


Einen Kronprinzen für Kaster hat die CDU bisher nicht aufgebaut. Das könnte sich rächen. Kreisvorsitzender Schmitt räumt Versäumnisse ein: "Unser Problem ist, dass wir jemanden bräuchten, der den Bekanntheitsgrad von Bernhard Kaster hat. Schließlich muss er sich gegen Katarina Barley behaupten können." Wenn einer der 47-jährigen SPD-Generalsekretärin aus Schweich Paroli bieten könnte, dann wohl am ehesten Landrat Günther Schartz (53). Nach dem jüngsten Wahldebakel im Land scheint er mehr denn je ein Kandidat für die Kaster-Nachfolge im Bund zu sein. Denn der Wunschposten des Innenministers, den CDU-Landesvize Schartz allzu gerne in einer Klöckner-Regierung angetreten hätte, ist seit Sonntag in weite Ferne gerückt. Selbst in einer rot-schwarzen Koalition dürfte Roger Lewentz (SPD) für dieses Amt gesetzt sein.
Kreisvorsitzender Schmitt möchte Schartz als Verwaltungschef behalten: "Sonst hätten wir ein doppeltes Problem und müssten auch noch einen neuen Landrat suchen." Schartz selbst sagt: "Ich bin nicht scharf auf Posten, jetzt steht erst einmal die Sacharbeit im Vordergrund. Ich habe eine Top-Verwaltung und kann mir vorstellen, auch langfristig in Trier tätig zu sein." alf