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Nach Egger-Abwahl: Oberbürgermeister wünscht sich "Profi" als Nachfolger für Kulturdezernat

Nach Egger-Abwahl: Oberbürgermeister wünscht sich "Profi" als Nachfolger für Kulturdezernat

Das Theater ist Chefsache: Zumindest bis zur Wahl eines neuen Kulturdezernenten übernimmt Oberbürgermeister Wolfram Leibe das Ruder im Kulturhaus am Augustinerhof. Den zweiten großen Brocken aus dem Nachlass des geschassten Thomas Egger - die Feuerwehr - übernimmt Dezernent Andreas Ludwig.

Trier. Um Ex-Dezernent Thomas Egger zu entlasten, hatte Oberbürgermeister Wolfram Leibe bereits 2015 dessen Wirtschafts-Ressort übernommen. Und auch Bürgermeisterin Angelika Birk (Grüne) - die selbst lange heftig von CDU und SPD für ihren Arbeitsstil kritisiert worden war - durfte das Mega-Ressort Schulen und Sport damals an Baudezernent Andreas Ludwig abgeben. Der war da zwar eigentlich mit Bauen und Verkehrsplanung bereits ausgelastet. Durch sein effizientes Arbeiten scheint die Sanierungsplanung von Schul- und Sportanlagen nun allerdings trotzdem deutlich flotter voranzugehen.

Der Gedanke, die Verantwortlichkeiten in der Theaterkrise ebenfalls zu wechseln, lag da nahe. Statt des glücklosen Thomas Eggers könnte Leibe die Angelegenheit zur Chefsache machen, lauteten Forderungen aus den Reihen des Stadtrats, der Kulturschaffenden und der Presse. Doch der OB winkte ab. Das könne er nicht auch noch selbst machen, hieß es aus seinem direkten Umfeld.Leibe schlägt Pflöcke ein


Nun tut er genau das. Denn nach Eggers Abwahl bleibt dem übrigen Stadtvorstand nichts anderes übrig, als die Aufgaben - insgesamt 12 städtische Ämter - unter sich aufzuteilen. Bei der Stadtratssitzung am Donnerstagabend stellte Leibe die Umverteilung während der Vakanz erstmals öffentlich vor. Leibe übernimmt das Theater - und hat bereits erste feste Pflöcke eingeschlagen: Bis zur Wahl eines neuen Intendanten übernimmt ein siebenköpfiges Team aus bisherigen Spartenleitern, Verwaltungsdirektor und technischem Leiter die Verantwortung (der TV berichtete).
Den zweiten großen Verantwortungsbereich aus Eggers Ex-Dezernat - die Feuerwehr inklusive der weiteren Planung für den Neubau der Hauptwache - übernimmt Baudezernent Ludwig.

Birk übernimmt mit dem Amt für Ausländerangelegenheiten ein mit ihrer bisherigen Zuständigkeit - Soziales und Wohnen - eng verbundene Zuständigkeit.
Spätestens Mitte März muss die freie Dezernentenstelle neu besetzt sein. Ob der oder die "Neue" im Stadtvorstand dann die bisherigen Aufgaben Eggers wieder zurück übernimmt, oder die Ressorts neu zugeschnitten werden, ist noch offen. Anfang Januar will OB Leibe verschiedene Szenarien zur Diskussion stellen. Dass das Theater bei Leibe bleibt, zum - sehr ausgelasteten - Baudezernenten Ludwig oder gar zu Birk wechselt, ist allerdings unwahrscheinlich.

Dass die Zahl der Beigeordneten wieder auf vier aufgestockt wird (2007 war eine Dezernentenstelle aus Spargründen gestrichen worden), scheint dagegen eine mögliche Option. "Die allerdings nicht von der CDU ins Spiel gebracht wurde!", betont CDU-Chef Udo Köhler. Zwar würde seine Fraktion sich der Diskussion nicht verschließen, wenn Leibe die Aufstockung der Dezernentenzahl vorschlüge. "Aber hätten wir das initiieren wollen, hätten wir die entsprechenden notwendigen Finanzen in die Haushaltsberatungen mit aufgenommen!" Schließlich ginge es im Fall der Fälle nicht nur um eine Dezernentenstelle. "Es müssten weitere Stellen neu geschaffen werden - Sekretariat, Dezernatsbüroleitung und so weiter", sagt Köhler.

Unter den Fraktionen kursieren bereits Gerüchte, wer aus den eigenen Reihen als neuer Dezernent oder neue Dezernentin geeignet sein könnte. Oberbürgermeister Wolfram Leibe betont derweil: "Wir müssen uns die Frage stellen, ob wir mehr Wert darauf legen, dass der künftige Dezernent oder die Dezernentin aus der Politik kommt, oder ob wir andere Prioritäten setzen. Ich bin der Meinung, dass wir auf jeden Fall einen Profi brauchen, mit ausgewiesener Fach- und Führungskompetenz."