Kontamination?: Nach F-16-Absturz: Vorerst nur Trinkwasser aus Tiefbrunnen für die Bewohner der Fidei

Kostenpflichtiger Inhalt: Kontamination? : Nach F-16-Absturz: Vorerst nur Trinkwasser aus Tiefbrunnen für die Bewohner der Fidei

Die VG-Werke Trier-Land nutzen aus Sicherheitsgründen keine oberflächennahen Quellen. Labor untersucht Wasserproben auf Kerosin und Hydrazin.

Bürger aus der Fidei sorgen sich nach dem Absturz eines US-Kampfjets bei Zemmer-Rodt am Dienstag um die Qualität ihres Trinkwassers. Mehrere Anrufer haben sich bereits bei den Ortsbürgermeistern gemeldet. Nach Mitteilung der Verbandsgemeinde-Werke Trier-Land wird aus Sicherheitsgründen derzeit kein Trinkwasser aus Oberflächenquellen im Wasserversorgungsbereich „Mülchen” in das Leitungsnetz von Zemmer und Orenhofen eingespeist.

Wie Werkleiter Jürgen Karst (Trier-Land) berichtet, wird vorsorglich nur Wasser aus zwei Tiefbrunnen entnommen. Bei Bedarf komme Wasser aus dem Kylltal hinzu, das über die Hochmark bei Kordel in Richtung Fidei transportiert werde. Das Wasser aus vier Oberflächenquellen im Mülchen wird laut Karst bis auf weiteres nicht mehr für die Trinkwasserversorgung genommen. „Wir tun alles Menschenmögliche, um eine Kontamination mit Kersosin oder Hydrazin auszuschließen.” Hydrazin ist ein hochgiftiger Raketentreibstoff, den Kampfjets vom Typ F-16 als eine Art Notfalltreibstoff an Bord haben.

Absturz F-16-Militärjet bei Zemmer-Rodt

Wie der Werkleiter weiter mitteilt, wurde ein Fachbüro unmittelbar nach dem Absturz beauftragt, Proben an den Tiefbrunnen und den Quellen im Gebiet Mülchen zu entnehmen. Dies soll längerfristig zweimal die Woche geschehen. Mit ersten Untersuchungsergebnissen sei am Dienstag, 15. Oktober, zu rechnen. Beim Bundesumweltministerium hat der Werkleiter angefragt, ob neben Kerosin und Hydrazin weitere Stoffe untersucht werden sollen.

Aus dem Wassergewinnungsgebiet Mülchen, das links von der L 46 zwischen der Abfahrt Rodt und dem Parkplatz an der Abzweigung nach Naurath liegt, werden etwa 4300 Menschen versorgt. Sie leben in Zemmer mit den Ortsteilen Zemmer, Rodt, Schleidweiler und Daufenbach sowie in der Gemeinde Orenhofen (Eifelkreis Bitburg-Prüm). Die Brunnen und Quellen liegen etwa ein bis anderthalb Kilometer von der Absturzstelle bei Zemmer-Rodt entfernt.

Werkleiter Karst geht davon aus, dass der Boden an der Absturzstelle abgetragen wird. Zumindest sei das bei anderen Abstürzen so gewesen. Ob und inwieweit auch Treibstoff ausgetreten sein könnte, während die F-16 führerlos in der Luft gewesen sei, müsse man abwarten. Laut Karst könnte die Maschine etwa zehn Kilometer zurückgelegt haben zwischen dem Zeitpunkt, an dem sich der Pilot bei Heidweiler mit dem Schleudersitz gerettet hat, und dem Absturz in den Wald nahe Rodt. Wie berichtet, haben Spezialisten des US-Militärs und deutsche Feuerwehrleute Wasser- und Bodenproben rund um die Absturzstelle entnommen.

Mehr von Volksfreund