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Nach filmreifer Festnahme in Hermeskeil: Gericht verurteilt Drogendealer zu Haftstrafen

Justiz : Ein Jahr nach spektakulärer Festnahme in Hermeskeil: Gericht verurteilt Drogendealer zu Haftstrafen

Das Landgericht Trier hat drei Mitglieder einer Drogendealer-Bande aus dem Saarland zu Haftstrafen verurteilt. Ein Teil der Gruppe war vor einem Jahr unter fast filmreifen Umständen in Hermeskeil festgenommen worden.

Die vierte große Jugendkammer am Landgericht Trier hat drei Mitglieder einer Drogendealer-Bande, die vorwiegend im Saarland und im Hochwald operierte, zu Haftstrafen verurteilt. Ein weiterer Angeklagter wurde freigesprochen.

Vor fast genau einem Jahr hatte die Festnahme eines Teils der Gruppe auf einem Supermarkt-Parkplatz in Hermeskeil für Aufsehen gesorgt. Am 23. Januar 2020 hatten verdeckte Ermittler des Landeskriminalamts den mutmaßlichen Drogendealern vorgetäuscht, von ihnen Drogen kaufen zu wollen. Bei der vemeintlichen Übergabe in Hermeskeil schnappte die Falle zu und vier junge Männer im Alter zwischen 19 und 32 Jahren wurden festgenommen. Bei ihrem Fluchtversuch mit dem Auto rammten sie ein Polizeifahrzeug. Ein Polizist stoppte den Wagen durch einen Schuss in den Reifen.

Der Haupttäter, ein damals 21-Jähriger aus dem Saarland, muss nun unter anderem wegen des Handels mit Betäubungsmitteln „in nicht geringer Menge“, wegen Einbruchdiebstahls und Computerbetrugs für drei Jahre und zehn Monate hinter Gitter. Er soll außerdem als Halter eines Autos erlaubt haben, dass jemand anderes dieses Fahrzeug ohne Fahrerlaubnis fuhr. Das Gericht ordnete die Unterbringung des jungen Mannes in einer Entziehungsanstalt an.

 Der damals 19-Jährige, der bei der Festnahme in Hermeskeil am Steuer gesessen hatte, wurde wegen des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr, des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte sowie wegen Drogenbesitzes, Körperverletzung, räuberischer Erpressung und Beihilfe zum Handel mit Betäubungsmitteln zu einer Einheitsjugendstrafe von einem Jahr und neun Monaten verurteilt. Ein weiteres Mitglied der Gruppe verurteilte das Gericht wegen Einbruchsdiebstahls und Computerbetrugs in 17 Fällen zu einer Einheitsjugendstrafe von einem Jahr und vier Monaten. Die Vollstreckung beider Jugendstrafen ist zur Bewährung ausgesetzt. Ein vierter Angeklagter wurde freigesprochen.