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Nach Problemen bei Verbindungen - VRT verspricht: Busse fahren wirklich

Kostenpflichtiger Inhalt: ÖPNV : Nach Problemen bei Verbindungen - VRT verspricht: Busse fahren wirklich

Nach der Einführung der neuen Linienbündel gab es viele Probleme beim Busverkehr im Landkreis. Nun soll es auch bei den Verbindungen an der Mosel klappen. Doch es gibt weiter Klärungsbedarf.

Natürlich hätte Klaus F. Schmitt dank der neuen Buslinien zur Sitzung des ÖPNV-Ausschusses des Landkreises Trier-Saarburg kommen können. Zumal sich der Beigeordnete der Ortsgemeinde Welschbillig intensiv um das Thema Busse kümmert. In seinem Heimatort Träg wäre er um 14.15 Uhr in den Bus gestiegen, um nach 43 Minuten am Trierer Hauptbahnhof anzukommen. Gut zwei Stunden vor Sitzungsbeginn. Den Rückweg mit dem Bus hätte er am Folgetag um 6.37 Uhr antreten können. Deshalb ist Schmitt mit dem Auto zur Sitzung gekommen.

So wie der Mann aus Träg sind wohl die meisten Teilnehmer der Sitzung mit dem Auto angereist. Denn auch wenn nach Worten von Landrat Günther Schartz die Neuorganisation der Öffentlichen Personnenahverkehrs dazu dient, Busse nicht nur für Schüler bereitzustellen, so sieht es in der Realität für Menschen in vielen Weilern und Ortsteilen offensichtlich anders aus.

Doch die schlechte Anbindung von Welschbillig-Träg ist ein Klacks im Vergleich zu den Problemen, mit denen sich diejenigen auseinandersetzen müssen, die im Raum Schweich auf Busse angewiesen sind. Am 1. September war dort das Linienbündel Römische Weinstraße gestartet. Bis vor wenigen Tagen hat es ständig Ausfälle gegeben. Ausschussmitglied Katrin Schlöder (FWG) kommt aus Longuich, weiß deshalb aus eigener Erfahrung um die Unzuverlässigkeiten beim Busverkehr und ist sauer. „Wir haben lange über die Linienbündel gesprochen. Was da nun herausgekommen ist, ist eine Katastrophe.“ Ihre Fraktion überlege ernsthaft, den Antrag zu stellen, der Moselbahn als Betreiberin des Linienbündels Römische Weinstraße den Auftrag zu entziehen. Mit so einem drastischen Schritt kann Landrat Schartz zwar grundsätzlich leben. Er gibt jedoch zu bedenken, dass so schnell kein Ersatz zu finden ist. Denn viele Busfirmen haben damit zu kämpfen, ausreichend Personal zu finden.

Laut Zweckverband VRT gehören die Tage der großflächigen Fahrausfälle an der Mosel der Vergangenheit an. In einer Pressemitteilung spricht der VRT von Entspannung. Seit vergangener Woche seien nahezu alle Fahrten planmäßig abgewickelt worden. Zudem seien einige Veränderungen vorgenommen worden (der TV berichtete). Unter anderem gibt es zusätzliche Fahrten für Schulkinder in Klüsserath und Mehring.

Auch für das Linienbündel Trierer Land sind ab Sommer Veränderungen geplant, wie sowohl VRT als auch Kreisverwaltung Trier-Saarburg mitteilen. So soll sich die Fahrtzeit zwischen Ralingen und Trier künftig um rund zehn Minuten verkürzen und soll es eine regelmäßige Verbindung zwischen Ralingen und dem Schulstandort Irrel gewährleistet werden.

Was die Fahrten der Schüler betrifft, so ist der Landkreis jedoch nicht auf Dauer zu Zugeständnissen bereit. Der derzeit zwischen Schweich und Hetzerath (Landkreis Bernkastel-Wittlich) verkehrende Direktbus soll wieder abbestellt werden. Unter anderem deshalb, weil laut Landrat Schartz kein Präzedenzfall geschaffen werden soll. Außerdem sei kommuniziert, dass für Hetzerath eher Wittlich der vorgesehen Standort sei. Es gebe viele Schüler aus dem Landkreis  Trier-Saarburg, die auf Plätze in Schweich angewiesen seien.

Martina Wehrheim gehört zur Fraktion der Grünen im Kreistag, die ursprünglich die Aussprache zum Thema Busverkehr beantragt hatte. Sie macht unter anderem auf die Lage von Schülern aufmerksam, die von Trierweiler-Udelfangen aus zur Integrierten Gesamt­schule in Trier-Heiligkreuz fahren. „Die kommen regelmäßig zu spät“, sagt sie. Das sei früher nicht so gewesen. Stephan Schmitz-Wenzel von der Kreisverwaltung macht in diesem Zusammenhang auf inzwischen vorgenommene Verbesserungen aufmerksam. Er verweist zudem darauf, dass erst ab fünf Schülern der Kreis die Pflicht habe, für eine Busverbindung zu sorgen.

Klaus F. Schmitt gibt sich angesichts der im Ausschuss beschriebenen Zustände nach der Einführung der Linienbündel keinen Illusionen hin. Gemeinsam mit einigen Interessierten arbeitet er in einem Arbeitskreis weiter an Verbesserungen. Es gehe derzeit vor allem erst einmal darum, dass das System überhaupt läuft. Wenn es denn einmal läuft, müsse es Veränderungen geben. Schmitt: „Vor allem in unseren Ortsbezirken Hofweiler, Ittel sowie Möhn und Träg stellt der ÖPNV

gegenwärtig wohl kaum eine Alternative zum motorisierten Individualverkehr dar.“ Ergänzungen seien dringend notwendig.