Nach Turin - mit dem Fahrrad

Trier/Turin · Das 4,31 Meter lange und 1,10 Meter breite Grabtuch Christi ist Ziel von Pilgern aus Trier und Heuweiler (Saarland) gewesen. Die 920 Kilometer Distanz zwischen der Stadt an der Mosel und der in Italien legten sie mit dem Fahrrad zurück.

 Die Pilgergruppe aus Trier-Heiligkreuz und dem Saarland hat einige Strapazen auf sich genommen, um das Turiner Grabtuch zu sehen. Foto: privat

Die Pilgergruppe aus Trier-Heiligkreuz und dem Saarland hat einige Strapazen auf sich genommen, um das Turiner Grabtuch zu sehen. Foto: privat

Foto: (h_st )

Trier/Turin. Ehe Papst Franziskus am letzten Pilgertag dem Turiner Grabtuch seine Aufwartung machte, waren die Trierer schon da. 25 Pilger aus den katholischen Pfarreiengemeinschaften Trier-Heiligkreuz und dem saarländischen Heusweiler waren gemeinsam mit ihrem Pastor Theo Welsch auf den Weg nach Turin - und das mit dem Fahrrad.
An neun Tagen radpilgerten sie insgesamt jeweils 920 Kilometer durch das Saarland, Elsass-Lothringen, die Schweiz und das Piemont bis zum Ziel. Unterwegs begleitet von Wohnmobilen, in denen auf Campingplätzen übernachtet wurde, erreichten sie schließlich das Ziel.
Dass es sich um eine Wallfahrt handelte, wurde schon im Vorfeld deutlich, da sich die Pilger nicht nur praktisch auf die Reise vorbereiteten und gemeinsam trainierten, sondern auch geistlich auf die Wallfahrt vorbereitet wurden. Das Gebet am Morgen und am Abend sowie die tägliche Feier der heiligen Messe zählten so selbstverständlich zum Tagesablauf wie das Radfahren selbst.
Die Abschlussmesse feierte die Gruppe in der Capella Pinardi, unmittelbar neben der Kirche Santa Maria Ausiliatrice in Turin, jenem Ort, an dem der heilige Johannes Bosco sein Werk der Kinder- und Jugendhilfe begann. Die 200. Wiederkehr des Geburtstags Don Boscos seit dem Jahre 1815 war der diesjährige Anlass zur Ausstellung des Turiner Grabtuches.
Die Pilger waren beeindruckt von der Begegnung mit dem Grabtuch. "Mein Glaube hat ein Gesicht bekommen!", sagte ein Pilger mit Blick auf das leidende Antlitz, das sich in der Mitte des Grabtuches zart abzeichnet. Eine andere Stimme stellte diesen Vergleich an: "Wir haben auf dem Weg nach Turin geschwitzt, und das täglich und reichlich. Hier aber können wir sehen, dass jemand nicht nur Wasser, sondern auch Blut geschwitzt hat. Und das auch für uns." red