Nach Überschwemmung in Aach - Wie Hochwasserschäden künftig vermieden werden sollen

Kostenpflichtiger Inhalt: Unwetter : Nach Überschwemmung in Aach - Wie Hochwasserschäden künftig vermieden werden sollen

Die Forderung ist nicht neu. Die Aacher wollen, dass der Rolkemsbach und der Klinkbach unterirdisch geführt werden. Nach der neuerlichen Überflutung vor ein paar Tagen gibt es nun Hoffnung.

Es ist wieder Ruhe eingekehrt in der Aacher Dorfmitte. Einzig Absperrungen in der Beßlicher Straße erinnern daran, dass da irgendetwas anders als sonst ist (siehe Info). Dort, wo das Wasser des Klinkbachs Anfang vergangene Woche mehrere Gebäude unter Wasser setzte, geht alles wieder alles seinen normalen Gang. Doch die Gefahr lauert weiter im Untergrund. Denn das Hochwasser kann schneller wiederkommen als es allen Beteiligten lieb ist. Grund: Die unterirdische Verrohrrung des Klinkbachs und des Rolkemsbachs.

Die Ausgangslage Früher liefen Klink- und Rolkemsbach offen durch die Aacher Dorfmitte, um sich im Bereich Brunnenstraße zum Aacher Bach zu vereinigen. Inzwischen geschieht das alles unterirdisch unter der Beßlicher Straße. Und zwar so, dass es nach Meinung der Aacher immer wieder zum Rückstau kommt. Und dann gibt es nasse Fü­ße, Keller und Erdgeschosse (der TV berichtete).

Das wollen Ortsgemeinde und Verbandsgemeinde Bereits 2017 hat die Ortsgemeinde Aach beim Landesbetrieb Mobilität darum gebeten, die Verrohrungen zu verändern, damit es keine Überschwemmungen mehr gibt. An dieser Haltung hat sich zwei Jahre später nichts geändert. Dazu sagt Aachs Ortsbürgermeisterin Claudia Thielen: Zwar sei die Situation beim jüngsten Hochwasser untypisch gewesen. Denn es war der Klink- und nicht der Rolkemsbach, der für die Überschwemmung sorgte. Aber: „Der Rolkemsbach hatte bereits einen hohen Pegel erreicht und ist vermutlich nur deswegen nicht übergelaufen, da wegen der Blockierung einer anderen Stelle ausreichend Platz im Kanal war.“

Diese Blockierung bestand aus einem großen Baumstamm sowie unter anderem mehreren Gerüstteilen, die unterhalb der Beßlicher Straße das Rohr verstopft hatten, durch das der Klinkbach führt (der TV berichtete). Um dieses Blockade zu beseitigen, musste die Straße aufgerissen werden und das Kanalrohr geöffnet werden.

Das Hochwasserschutzkonzept Anders als beispielsweise in den Verbandsgemeinden Ruwer oder Schweich gibt es für die VG Trier-Land kein flächendeckendes Hochwasserschutzkonzept. Für Aach und Zemmer sind jedoch lokale Konzepte in Planung. Diese haben zum Ziel, beispielsweise durch den Bau von Retentionsflächen dafür zu sorgen, dass Überschwemmungen verhindert oder zumindest gemildert werden können.

Das sagt der LBM Nicht die Rohre, sondern das Sammelbauwerk im Untergrund ist nach Ansicht des Landesbetriebs Mobilität das Problem. Dort treffen Klink- und Rolkemsbach nahezu geradlinig aufeinander. Zudem sei das Bauwerk nicht ausreichend groß, heißt es in einem Schreiben des LBM an die VG-Verwaltung Trier-Land.

Beim geplanten Ausbau der Landesstraße 44 in der Ortsdurchfahrt Aach soll nach Auskunft von Hans-Michael Bartnick auch ein neues Schachtbauwerk in der L 43 integriert werden. „Das neue Schachtbauwerk ist so konzipiert, dass die vorhandenen Bachverrohrungen des Rolkems- und Klinkbachs optimal ausgelastet werden“, sagt der stellvertretende Dienststellenleiter des LBM Trier. Damit soll gewährleistet werden, dass „ein hundertjähriges Hochwasser schadlos abgeleitet werden kann.“ Erreicht werden soll das unter anderem dadurch, dass beide Bäche wie bei einem Y zusammengeführt werden.

Wie gehts weiter? Wann mit den Bauarbeiten begonnen werden kann, kann Bartnick nicht sagen. Das ist davon abhängig, ob und wann das zuständige Mainzer Verkehrsministerium Geld für das Projekt zur Verfügung stellt.

Die Ortsgemeinde Aach und die Verbandsgemeinde Trier-Land werden laut VG-Verwaltung beim Land um eine entsprechend hohe Priorisierung der Ausbaumaßnahme im Einzelhaushalt 2021 bitten, damit die Arbeiten im kommenden Jahr beginnen. Dazu sagt Bürgermeister Michael Holstein: „Nur so können Schäden durch Starkregenereignisse, die sich in den vergangenen Jahren und in der Nacht vom 3. auf den 4. Februar in Aach ereigneten, auf ein Mindestmaß reduziert werden.“ Letztendlich werde man jedoch niemals einen hundertprozentigen Schutz vor den Auswirkungen jedweder Art von Unwettern herstellen können.