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Nach Verfolgungsjagd mit Vollgas betrunken in die Mauer

Nach Verfolgungsjagd mit Vollgas betrunken in die Mauer

Das Trierer Landgericht hat die Verhandlung gegen einen mutmaßlichen Dorftyrannen aus der Verbandsgemeinde Schweich fortgesetzt. Am dritten Sitzungstag ging es ausschließlich um die in der Anklage enthaltenen Verkehrsstrafsachen.

Trier. Über zwei Verhandlungstage hatte die Erste Große Strafkammer das offenbar gestörte Verhältnis des 49-Jährigen zu seinen Nachbarn und anderen Mitbewohnern aus dem kleinen Ort in der Verbandsgemeinde Schweich untersucht.
Zahlreiche Zeugen schilderten die seit Jahren "üblichen" verbalen und auch mal tätlichen Attacken des Angeklagten. "Das ist wie Krieg" umschrieb er selbst seine Beziehung zur Umwelt (der TV berichtete).
Nicht im direkten Zusammenhang dazu steht eine Trunkenheitsfahrt und ihre Folgen, über die am Freitag verhandelt wurde. Der Sachverhalt laut Anklageschrift: Am 16. August 2014 war der Angeklagte nach dem Besuch der Mosel-Ballon-Fiesta in Föhren mit dem PKW auf dem Heimweg, als ihn eine Polizeistreife stoppen wollte. Er jedoch gab Vollgas. Die anschließende Verfolgungsjagd endete mit Wucht an einer Mauer und in einem Gartengelände. Der Angeklagte überstand den Crash unverletzt, die Blutprobe ergab später 2,43 Promille. "Ich dachte, dieser Fahrer wäre schwer verletzt", erklärt als Zeugin eine Polizeibeamtin, die Fotos von der Unfallstelle anfertigen sollte und dabei ein Trümmerfeld vorfand.
Polizist im Zeugenstand



Der "große Knall" sprach sich im Dorf schnell herum. Ebenso, dass dem nicht gerade beliebten Mitbürger die Fahrerlaubnis entzogen worden war. Prompt wurde der Angeklagte in den Tagen nach dem Unfall am Steuer von Autos erkannt und von Dorfbewohnern der Polizei gemeldet. Dazu ein Zeuge: "Wer sich so wie der im Ort aufführt, darf sich eben keine Fehler erlauben."
Und ein Schweicher Polizeibeamter erklärt: "Ich habe mit Engelszungen auf ihn eingeredet, doch kein Auto mehr anzufassen." Doch der Mann sei völlig "beratungsresistent" gewesen. Es gehe um sein Geschäft, er sei aufs Autofahren angewiesen, habe er sinngemäß erklärt und zugleich über "Verhörmethoden wie zur Nazizeit" geschimpft. f.k.