1. Region
  2. Trier & Trierer Land

Nach zehn Jahren wird Abwasser schrittweise teurer

Nach zehn Jahren wird Abwasser schrittweise teurer

Weil die Defizite im Abwasserbereich steigen, erhöht die Verbandsgemeinde Schweich in drei Stufen die Gebühren. Trotzdem müssen die Bürger in der VG so wenig zahlen wie in keiner anderen Verbandsgemeinde im Landkreis Trier-Saarburg.

Schweich. Die Abwasserbeseitigung ist alles andere als ein schmutziges Geschäft. Das Thema ist vielmehr eines, bei dem die Rechnung stimmen muss. Da wird abgeschrieben, investiert und kalkuliert. In der Verbandsgemeinde Schweich geht die Rechnung nicht mehr auf. In den vergangenen drei Jahren sind so laut Sitzungsvorlage rund 250 000 Euro Verlust zusammengekommen.
Der VG-Rat Schweich hat nun die Notbremse gezogen und in seiner jüngsten Sitzung eine Erhöhung der Gebühren beschlossen. In drei Schritten steigt die Schmutzwassergebühr pro Quadratmeter von 2,18 Euro pro Kubikmeter auf 2,33 Euro im Jahr 2017. Diese Gebühr ist nur ein Teil der Kosten, die Bürger zu zahlen haben. Hinzu kommen eine Grundgebühr sowie Kosten für das Oberflächenwasser.
Die Werke haben ausgerechnet, was diese Verteuerung für Bürger bedeutet. So muss ein Vier-Personenhaushalt mit einem Wasserverbrauch von 140 Kubikmetern und einem 600 Quadratmeter großen Grundstück jährlich 28,5 Euro mehr als bisher zahlen. Angesichts dieser aus Sicht von Bürgermeisterin Christiane Horsch (CDU) und Vertretern der Fraktionen CDU, SPD und FWG erträglichen Erhöhung fiel es dem Rat leicht, dem Vorschlag der Verwaltung zuzustimmen. Doch es gab zwei weitere Punkte: Einerseits waren die Abwasserpreise seit 2003 unverändert. Zudem sind die Preise im Vergleich mit den anderen Verbandsgemeinden im Kreis auch nach der Erhöhung günstig (siehe Grafik).
Dieser Vorteil gegenüber anderen Kommunen ist es jedoch nicht, weshalb die VG Schweich auf Einnahmen verzichtet. Abgabenrechtlich könnte sie von Winzern eine Zusatzgebühr einfordern. Die VG Bernkastel-Kues erhebt beispielsweise in Neumagen-Dhron solch eine jährliche Gebühr in Höhe von 3,80 bis 45 Euro je Hektar Anbaufläche. Winzer im benachbarten Trittenheim müssen hingegen nicht zahlen. Die Schweicher Werke haben ausgerechnet, dass der Aufwand für die Erhebung der Gebühr größer als deren Ertrag wäre. har