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Nachbarn bemerken Brandgeruch und wollen Bewohnerin helfen – Großeinsatz von Feuerwehr und Rettungsdienst in Trier-West/Pallien

Nachbarn bemerken Brandgeruch und wollen Bewohnerin helfen – Großeinsatz von Feuerwehr und Rettungsdienst in Trier-West/Pallien

Wären Nachbarn nicht auf den Wohnungsbrand in Trier-West/Pallien aufmerksam geworden, dann wäre der Großeinsatz der Feuerwehr für die 31-jährige Bewohnerin womöglich zu spät gekommen. Zwei Beteiligte schildern dem Trierischen Volksfreund das Drama mit glimpflichem Ausgang.

Ein Mehrfamilienhaus in der Magnerichstraße in Trier-West/Pallien am Sonntagmittag. Ein Bewohner bekommt von einem Nachbarskind eine Handy-Nachricht, die ihn beunruhigt. Denn darin ist vage von einem Brandgeruch im Haus die Rede. Der Mann geht der Sache nach: Im zweiten Obergeschoss nimmt auch er den Geruch wahr und sieht dann draußen vor einem Fenster Rauch. "Erst war der Rauch weiß, dann kam immer mehr. Ich hab' an die Tür dieser Wohnung gehämmert, aber vergeblich - es hat keiner aufgemacht", erzählt der Mann später im Gespräch mit dem TV.

Wohnung schwer zugänglich

Die 31-jährige Bewohnerin hört vermutlich nichts, weil sie eingeschlafen ist. Eine Nachbarin alarmiert die Feuerwehr, die innerhalb weniger Minuten mit einem massiven Aufgebot eintrifft. Allein neun Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr rücken aus, hinzu kommen drei Fahrzeuge des Rettungsdienstes. 25 Einsatzkräfte der Wachen I und II sowie des für Trier-West zuständigen Löschzugs Trier-Biewer sind vor Ort. Einsatzleiter Thomas Reinholz: "Die Wohnung stand in Flammen, mit starkem Rauch. Am offenen Fenster erschien eine Frau, verschwand aber wieder."

Das Problem: Die Wohnung liegt an der Rückseite des Hauses und ist dadurch mit der normalen Drehleiter nicht erreichbar. Die deshalb eingesetzten manuellen Steckleitern, die übereinander geschoben werden, bringen keinen Durchbruch: Die Frau kann nicht auf die Leiter treten.

Parallel dringt ein Trupp mit schwerem Atemschutz durchs Treppenhaus nach oben vor. Als die Männer bei der 31-Jährigen eintreffen, ist sie ansprechbar, aber stark verrußt an Kopf und Körper. Die Feuerwehrleute ziehen ihr schnell eine Fluchthaube mit Rauchgasfilter über den Kopf und bringen sie nach draußen.

"Alle anderen Bewohner des Hauses haben sich schon selbst in Sicherheit gebracht", sagt Einsatzleiter Reinholz. Insgesamt 16 Menschen sind in dem Haus gemeldet. Wie viele sich zum Zeitpunkt des Brands dort aufhielten, ist unklar.

Die gerettete Frau war allein in ihrer Wohnung - ihre minderjährige Tochter war währenddessen in der Stadt unterwegs. Wo sie unterkommt, während ihre Mutter im Krankenhaus behandelt wird, wollten die Behörden noch klären. Die Wohnung in der Magnerichstraße ist jedenfalls unbewohnbar.Mehr zum Thema

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