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Nachbessern beim Brandschutz im Sauertal

Nachbessern beim Brandschutz im Sauertal

Einige Tausend Euro muss die Verbandsgemeinde Trier-Land in die Hand nehmen, um bis zum Kauf eines neuen Fahrzeugs für Einsätze auf der A 64 gerüstet zu sein. Am Kauf des Feuerwehrautos führt offensichtlich kein Weg vorbei.

Langsur. Im Rheinischen Grundgesetz, einer Sammlung mundartlicher Redensarten aus dem Rheinland, ist im Artikel 3 der Satz zu lesen "Et hätt noch emmer joot jejange." Bisher galt die Weisheit, dass noch immer alles gutgegangen sei, auch für Einsätze der Freiwilligen Feuerwehr Langsur. Die ist unter anderem bei Unfällen auf der A 64 zwischen der Grenze und der Autobahnabfahrt Trier gefordert. Und die Wehr war jahrelang mit einem offensichtlich vollkommen überladenen Fahrzeug unterwegs (der TV berichtete).
Die Konsequenz: Im Löschgruppenfahrzeug 8/6 dürfen nicht mehr alle notwendigen Feuerwehrleute mitfahren, der Wassertank darf nicht mehr voll befüllt, ein Teil der Ausrüstung muss auf einem Anhänger zum Einsatz gefahren werden.
Nach einem Gespräch zwischen Wolfgang Reiland, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Trier-Land, Kreisfeuerwehrinspekteur Stefan Sihr, Wehrleiter Jürgen Cordie sowie Vertretern der zuständigen Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) ist klar, dass sich etwas ändern muss. Laut Reiland entspreche das in Langsur praktizierte Verfahren nicht dem Alarm- und Einsatzplan Autobahn des Landes. Aktuell rücken das Löschgruppenfahrzeug sowie ein Mannschaftstransportfahrzeug mit Anhänger zu Einsätzen aus.
Nun gibt es mehrere Möglichkeiten, wie das Problem in Langsur behoben werden könnte.
Hilfe aus Luxemburg: Es gab eine Anfrage der VG-Verwaltung, ob zumindest für eine Übergangsphase ein Fahrzeug der Wehr Mertert-Grevenmacher gemeinsam mit der Feuerwehr Langsur ausrücken könnte. Die Wehr aus dem Großherzogtum hat jedoch abgewunken. In Anbetracht der personellen Möglichkeiten der Feuerwehr sei dies nicht möglich, teilt Bürgermeister Reiland mit.
Umbau bestehender Fahrzeuge: Laut Verbandsgemeindeverwaltung Trier-Land besteht die Möglichkeit, das nur mit einem Teil der notwendigen Ausrüstung beladene Fahrzeug in Langsur für rund 2200 Euro auf acht Tonnen zulässiges Gesamtgewicht umzubauen. Darüber hinaus müsste für 3000 bis 5000 Euro das Mannschaftstransportfahrzeug umgerüstet werden.
Dieser Weg könnte helfen, die Zeit bis zum Kauf eines neuen Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeugs (HLF) für die Feuerwehr Langsur zu überbrücken. Laut Verbandsgemeindeverwaltung dauert es normalerweise vier bis fünf Jahre, ehe die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion einen bereits gestellten Zuschussantrag bewilligt.
Leihfahrzeug: Derzeit wird von der Verwaltung zudem geprüft, ob es möglich ist, ein Feuerwehrfahrzeug zu leihen. Ähnlich war die Verbandsgemeinde vorgegangen, als das Tanklöschfahrzeug in Newel ausgefallen war.
Als weitere Möglichkeit bezeichnet Bürgermeister Reiland auch den Kauf eines Gebrauchtfahrzeugs oder eines Vorführfahrzeugs.
Genau an dieser Stelle setzt ein vor einigen Tagen verschickter Antrag der Fraktion der Freien Wähler im Verbandsgemeinderat Trier-Land an. Fraktionssprecher Michael Holstein sagt: Ende Oktober habe eine Firma ein HLF als Vorführfahrzeug bei der Wehr in Langsur präsentiert. "Dieses Fahrzeug kann noch käuflich erworben werden und ist ab März 2015 in Langsur einsetzbar."
Der Allrad-LKW mit einem Gesamtgewicht bis zu 12,5 Tonnen sei für rund 240 000 Euro zu haben. Das seien rund 46 000 Euro weniger als der Preis eines gleichwertigen Neufahrzeugs.
Kommt diese Lösung nicht in-frage, wollen die Freien Wähler möglicherweise den Kauf eines neuen Fahrzeugs zusätzlich in den Haushalt 2015 aufnehmen lassen.
Nun ist der Verbandsgemeinderat Trier-Land gefragt. Dessen Mitglieder treffen sich zur Sitzung am Mittwoch ab 17 Uhr in der Fideihalle Zemmer. Die Verwaltung möchte, dass die bisherige Tagesordnung um den Punkt "Fahrzeugmäßige Ausstattung der Feuerwehr Langsur bezüglich Autobahneinsatz" erweitert wird.