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Nachhaltigkeit und Klimaschutz: BDKJ vernetzt Projekte in Bolivien

Klimaschutz : In Bolivien und Deutschland gemeinsam für Klimaschutz

Die Katholische Jugend vernetzt Projekte und Gruppen zum Thema Schöpfung und Nachhaltigkeit.

Seit Jahrzehnten sind deutsche und bolivianische junge Leute durch die Bolivienpartnerschaft des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) Trier verbunden. Nun wollen sie sich noch stärker als bisher vernetzen und austauschen, um das große Zukunftsthema Klimagerechtigkeit anzugehen. Die Corona-Pandemie verhinderte eine für 2020 geplante Begegnungsreise, so dass die Verantwortlichen stattdessen eine dreiteilige virtuelle Reihe unter dem Titel „Pachamama – unsere Erde ist uns heilig“ initiierten. Jeweils bis zu 70 Teilnehmende informierten sich, diskutierten, wurden kreativ und planten gemeinsam konkrete Projekte. „Beim Thema Klimagerechtigkeit geht es ja auch um die Frage, ob es gute Alternativen zu Flugreisen gibt und wie man sie im Zweifelsfall kompensieren kann“, sagt Evelyn Zimmer, Bolivienreferentin beim BDKJ. „Uns hat der Erfolg unserer virtuellen Reihe gezeigt, dass wir so auf einen Schlag viel mehr Menschen erreichen und zusammenbringen können.“

 Die Katholische Jugend in Heimbach-Weis bei ihrer Aktion: Teresa, Susanna und Theresa (von links) haben bei einem Spaziergang einen 120-Liter-Sack zu einem Viertel gefüllt. Und das, obwohl es bei uns Mülltonnen und eine funktionierende Müllabfuhr gibt – anders als in Bolivien.
Die Katholische Jugend in Heimbach-Weis bei ihrer Aktion: Teresa, Susanna und Theresa (von links) haben bei einem Spaziergang einen 120-Liter-Sack zu einem Viertel gefüllt. Und das, obwohl es bei uns Mülltonnen und eine funktionierende Müllabfuhr gibt – anders als in Bolivien. Foto: Bistum Trier/privat

Umweltpädagoge Michael Geisler nahm die Teilnehmenden mit auf eine Klimaexpedition anhand von Satellitenbildern, die schmelzende Gletscher in den Alpen und Anden bis hin zu Brand­rodungen und landwirtschaftlicher Umnutzung des Regenwalds zeigten. Stefan Rostock von „Germanwatch“ ging auf den CO2-Ausstoß pro Kopf im Ländervergleich ein und auf das Gleichgewicht ökologischer und sozialer Elemente. Den Seminarteil zur Bewertung der Klimakrise aus christlicher Sicht bereiteten vor allem die bolivianischen Partner vor. Es referierten Bischof Eugenio Coter, der eng mit indigenen Kulturen zusammenarbeitet, und Padre Sergio Montes, Direktor eines kirchlichen Nachrichtenportals.

Das Bewusstsein für den Klimawandel möchten die jungen Menschen in der Gesellschaft stärken – durch Plakat- oder Kunstaktionen, durch Kooperationen mit Schulen und Bildungseinrichtungen. Ganz konkret soll ein von der Katholischen Landjugendbewegung Deutschlands (KLJB) verfasster Konsumratgeber ins Spanische übersetzt und auf bolivianische Gegebenheiten übertragen werden. Für 2024 ist wieder eine bundesweite 72-Stunden-Aktion geplant, bei der Jugendliche ehrenamtlich Projekte umsetzen, um so ein gesellschaftlich sichtbares Zeichen zu setzen. Laut Zimmer werde auch in der Partnerschaft künftig noch mehr darauf geachtet, CO2 zu kompensieren und Tagungshäuser mit nachhaltigen Konzepten zu nutzen. Aktionen wie Umweltrallyes, Baumpflanz- oder Müll­sammel­aktionen seien ebenfalls in beiden Ländern geplant.

Den Anfang machten bolivianische Jugendliche bereits mit ihrer 72-Stunden-Aktion, bei der in Tarija in Südbolivien ein Flussbett gereinigt wurde. Die Katholische Jugend in Heimbach-Weis sammelte fast zeitgleich ebenfalls Müll. Auf Wunsch der Teilnehmenden gibt es nun eine Face­book­gruppe, in der sich Interessierte vernetzen und über Projekte und Ideen aus­tauschen können.

Infos bei Evelyn Zimmer vom BDKJ-­Bolivien­referat, E-Mail: evelyn.zimmer@bdkj-trier.de, Telefon 0651/9771-111.