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Nachruf: Trierer Bernd Krönig ist tot​

Nachruf : Bernd Krönig, der Gründer des Trierer Demenzzentrums, ist tot

Der ehemalige Vorsitzende der Bezirksärztekammer und der Gründer des Demenzzentrums Trier, Bernd Krönig, ist gestorben. Wein war für den lebensfrohen Mediziner mehr als nur Genuss. Dem Rauchen hingegen hatte Krönig den Kampf angesagt.

Wenn Bernd Krönig in seinem Element war, dann war er nur schwer zu stoppen. Seine Stimme überschlug sich förmlich, wenn es um Themen ging, die ihm am Herzen lagen und seine Gesprächspartner hatten es dann manchmal schwer, zu Wort zu kommen.

Und es gab viele Themen, die den engagierten Mediziner bewegten. Als Internist war es vor allem die Prävention von Herzerkrankungen. Krönig, der von 1976 fast 30 Jahre lang die Abteilung Innere Medizin am damaligen Evangelischen Elisabeth-Krankenhaus in Trier leitete, hatte früh erkannt, dass Medizin mehr ist, als Patienten in der Klinik zu betreuen. 1980 gründete er mit der Herzsportgruppe in Trier die zweite, die es zu dieser Zeit in Rheinland-Pfalz gab. Er wurde deren Vorsitzender und baute das Angebot mit zuletzt fast 500 Mitgliedern zum größten in Rheinland-Pfalz und dem drittgrößten in Deutschland aus. 1989 entstand daraus der Gesundheitspark Trier.

Krönig war auch einer der ersten in der Region, der dem Thema Demenz eine breite Öffentlichkeit verschaffte. Er erkannte früh, welche gesellschaftliche und medizinische Herausforderung die Erkrankung mit sich bringt und setzte sich dafür ein, Demenz zu enttabuisieren. Gegen den Widerstand von Teilen der Politik und auch der Medizin machte sich Krönig seit Anfang der 2000er-Jahr dafür stark, eine Anlaufstelle für Betroffene und Angehörige zu schaffen. 2006 entstand aus einem Modellprojekt des Landes in Trier das erste Demenzzentrum in der Region. Anfangs wurde die Einrichtung noch mit viel Skepsis betrachtet. Mittlerweile ist die von einem Verein getragene Beratungsstelle zu einem Kompetenzzentrum für Demenz geworden, in dem mehr als zehn Festangestellte arbeiten. Bis 2016 war Krönig medizinischer Leiter des Zentrums und Vorsitzender des Trägervereins. Er gab diese Funktion ab an den Chef-Neurologen des Trierer Brüderkrankenhauses, Matthias Maschke.

Daneben engagierte sich Krönig lange Zeit in der ärztlichen Fortbildung innerhalb der Bezirksärztekammer, deren Vorsitzender er 1996 wurde.

Krönigs Engagement war immer geprägt von einer mitreißenden Fröhlichkeit und Lebensfreude. Diese zeigte sich auch darin, dass er ein bekennender Weinliebhaber war. Nicht nur das. Als Vorsitzender des Forums Wein und Gesundheit und Mitautor des Buches „Gesund genießen mit Wein“ warb er bei jeder Gelegenheit für die gesundheitlichen Vorzüge des Rebensaftes. Maßvoll genossen – für Krönig bedeutete das ein Viertel Wein für die Frau und zwei Gläser á 0,2 Liter für den Mann pro Tag – könne Wein vorbeugend gegen Herzerkrankungen, Schlaganfall und Demenz wirken. Auf etlichen Vorträgen passenderweise mit Weinproben warb Krönig für die genussvolle Medizin. Auch dem Viez schrieb er ähnliche Wirkungen zu.

So tolerant er beim Thema Wein war, so rigoros war sein Einsatz gegen das Rauchen. Krönig galt als Nichtraucher-Aktivist, der vehement für ein Rauchverbot in der Öffentlichkeit eintrat. Vor zwölf Jahren stand er sogar kurz davor, einen Volksentscheid für ein generelles Rauchverbot in Rheinland-Pfalz zu initiieren.

Bernd Krönig, der auch in der Evangelischen Kirchengemeinde Trier engagiert war, ist am 26. November im Alter von 83 Jahren in Trier gestorben. Er war verheiratet und Vater von zwei Töchtern. Am Samstag, 10. Dezember, 11 Uhr, findet eine Trauerfeier in der Konstantin-Basilika in Trier statt.