Nacht- und Nebelaktion in Euren

Nacht- und Nebelaktion in Euren

Stadtentwicklung

Zum Thema Baugebiete:
In den vergangenen Jahren wurde immer über eine Erweiterung des bestehenden Baugebietes in Euren um eine circa 9 Hektar große Fläche in Anschluss an das jetzige Baugebiet gesprochen. Dieses Baugebiet findet auch breite Zustimmung bei den Eurener Bürgern.
Nunmehr geht es aber um eine Komplettbebauung einer etwa 40 Hektar großen Fläche zwischen Euren und Zewen - fast doppelt so groß wie der Brubacher Hof mit einer Fläche von 23 Hektar. Konkretere Planungen hierzu wurden erst am 30. November 2016 der Öffentlichkeit bekannt gemacht. Am 8. März 2017 entscheidet der Stadtrat, welches der beiden Wohngebiete - Brubacher Hof oder die Komplettbebauung am Langenberg in Euren - abschließend in das Flächennutzungsplan-Verfahren aufgenommen wird. Die Eurener Bürger haben somit lediglich gut zwei Monate Zeit, sich mit den Folgen einer solchen Komplettbebauung auseinanderzusetzen. Sie ließe einen neuen Ortsteil entstehen, in dem später fast genauso viele Einwohner leben würden, wie heute schon in Euren leben. Die Mariahofer hatten bereits seit Jahren Zeit, ihren Widerstand zu organisieren. Mir drängt sich hier der Verdacht auf, dass das Baugebiet Langenberg ohne Bürgerbeteiligung in einer Nacht- und Nebelaktion durchgedrückt werden soll. Eine kurzfristig gegründete Bürgerinitiative sammelte innerhalb von drei Tagen 626 Unterschriften gegen die Komplettbebauung. Von einer Zustimmung der Eurener Bürger, wie sie bisher in der Öffentlichkeit kommuniziert wurde, kann somit keine Rede sein. Die Eurener waren einfach nur nicht informiert.
Es kann nicht sein, dass die einen Bürger mehrere Jahre Zeit hatten, sich mit den konkreten Plänen für einen so gravierenden Einschnitt in ihr Leben auseinanderzusetzen, während den anderen nur zwei Monate hierfür eingeräumt werden, bis diese Grundsatzentscheidung fällt.
Ich fordere die Stadtratsmitglieder auf, ihre Entscheidung zumindest zu verschieben, damit auch die Eurener Bürger ausreichend Zeit bekommen, sich über die Konsequenzen dieser Entscheidung klar zu werden und ihre Einwände vorbringen können.
Thekla Kremer
Trier

In der Ausgabe vom 23. Februar ist die gesamte Seite 11 dem Für und Wider zu den möglichen Baugebieten Brubacher Hof und Langenberg gewidmet. Das Thema Naturschutz taucht dort nicht auf. Ist das eine Sache selektiver Berichterstattung, oder ist das Thema für die befragten Ortsvorsteher, Ortsbeiräte, Fraktionsmitglieder und Bürger unwichtig?
Sollte das zutreffen, kann man davon ausgehen, dass die Entscheidung für eines der Baugebiete wieder - wie für Trier typisch - nur im Hinblick auf kurz- und mittelfristige, vor allem wirtschaftliche Vorteile erfolgen wird. Das in Sonntagsreden beschworene Prinzip der Nachhaltigkeit wird keine Rolle spielen.
Dr. Hans Reichert
Trier