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Nächste Woche tourt der Trierer Elektrobus wieder

Verkehr : Nächste Woche tourt der Elektrobus wieder

Triers Sileo-Fahrzeug kann nach Behebung von Softwareproblemen in den Liniendienst zurückkehren. Der geliehene zweite E-Bus fährt problemlos.

Wo Elektrobus draufsteht, da ist nicht nur ein Elektromotor drin, sondern auch viel Elektronik. Ein Umstand, der dem Verkehrsbetrieb der Stadtwerke Trier (SWT) letzte Woche viel Kopfzerbrechen bereitete. Sein fabrikneuer erster eigener E-Bus hatte im Linienbetrieb auf freier Strecke schlappgemacht und ließ sich nicht mehr beschleunigen, obwohl alle Display-Anzeigen im grünen Bereich lagen (der TV berichtete). Die Bordelektronik bremst das 560 000 Euro schwere Sileo-Gefährt aus – ein Problem, das die Trierer nicht im Alleingang lösen konnten und deshalb ein Serviceteam des deutsch-türkischen Herstellers Sileo mit Sitz in Salzgitter zurate zogen.

Das Resultat mehrtägiger Arbeit vorweggenommen: Der Patient ist wieder fit. Was ihn zeitweilig außer Gefecht gesetzt hatte, beschreibt SWT-Werkstattmeister Sebastian Herresthal (27) so: „Vereinfacht ausgedrückt: Die Abstimmung des Batteriemanagements auf die Heizungsleistung hatte nicht mehr funktioniert.“ Zur Behebung seien umfangreiche Software-Anpassungen nötig gewesen. Was landauf, landab Usus ist. 65 der emissionsfreien Sileos sind deutschlandweit im Einsatz – und das Serviceteam um Ingenieur Tolga Elbadi (28) permanent im Einsatz. Nach Trier muss das Quartett nach erfüllter Mission, die auch eine umfangreiche Einweisung des SWT-Werkstattteams beinhaltete, wohl so bald nicht mehr zurückkehren. Herresthal: „Sie haben uns einen Servicelaptop mitgebracht, über den wir bei Bedarf in Eigenregie nachjustieren können und notfalls per Onlineverbindung Unterstützung aus Salzgitter erhalten.“

Laut Marco Müller (43), SWT-Abteilungschef Technik und Parken, soll der Sileo kommende Woche wieder seinen Dienst auf der Linie 5 zwischen Castelforte (Trier-Nord) und dem Stadtteil Feyen-Weismark aufnehmen – „Vorausgesetzt, er besteht den Härtetest, dem wir ihn zuvor unterziehen.“ Man wolle kein Risiko eingehen: „Unser Ziel ist es, Fahrgäste pünktlich zu befördern. Unsere Kunden sind keine Versuchskaninchen.“

Triers zweiter E-Bus, ein geliehenes Fahrzeug, macht übrigens keine Probleme. Laut Müller läuft er stabil auf der Linie 2 (Heiligkreuz-Zewen). Einziger Haken: „Nach 100 Kilometern ist im Winter die Batterie leer.“ Was daran liegt, dass der spanische Irizar Baujahr 2015, also elektroantriebs-technisch, eine Generation älter ist. Der Sileo kommt normalerweise 280 Kilometer weit, ehe er wieder an die Ladestation muss.