Nächtlicher Brückenabriss in Trier-Ost mit Verzögerung (Video)

Nächtlicher Brückenabriss in Trier-Ost mit Verzögerung (Video)

Nach wochenlanger Vorarbeit haben Bauarbeiter in der Nacht zum Montag die Eisenbahnüberführung in der Hermesstraße in Trier abgerissen. Dabei war wegen eines verspäteten Zugs zunächst Geduld gefragt, bevor das Bauwerk mit höchster Präzision zerlegt wurde.

Ein ausgeklügelter Plan legte die Arbeitsschritte zum Brückenabriss in der Trierer Hermesstraße fest.
Die Vorarbeiten: Fast drei Wochen lang dauerten die Vorbereitungen. So entfernten die Arbeiter unter anderem die Asphaltschicht und die Pflastersteine. Von beiden Seiten legten sie die Stahlkonstruktionen mit einem Bagger frei. Schließlich wurden noch Gasleitungen und weitere Leitungen freigelegt und sichergestellt. Ein 250-Tonnen-Kran wurde in Stellung gebracht
Die Verzögerung: Laut Ankündigung sollte der Abriss um 0.30 Uhr beginnen. Doch daraus wurde zunächst nichts. Bahnarbeiter musste die Gleise unter der Brücke zunächst einmal erden und sichern. Zudem mussten die Oberleitungen und Gleise abgedeckt werden. Normalerweise sollte die letzte Regionalbahn um 0.25 Uhr aus Frankreich im Hauptbahnhof Trier einfahren. Dieser Zug hatte jedoch große Verspätung, was den Beginn der Arbeiten verzögerte.
Der Abriss: Arbeiter zerschnitten die Brücke in drei Teile. Die beiden Außenteile wogen jeweils 27 Tonnen, das Mittelteil 37 Tonnen. Per Schwerlastkran wurde das erste Außenteil um 1.20 Uhr angehoben, über die Bäume geschwenkt und im rückwärtigen Bereich auf der gesperrten Straße abgelegt. Das gleiche Vorgehen folgte mit der anderen Außenseite. Der Kranfahrer stapelte die beiden Brückenteile. Schließlich kam das dritte, letzte und schwerste Teil der Brücke an die Reihe. Die Fachmänner der Firma Möller & Essing aus Georgsmarienhütte (Landkreis Osnabrück), die für die Abbrucharbeiten zuständig sind, befestigten mit den Speziallisten der Firma Steil Kranarbeiten aus Trier die Schwerlastketten. Um 2.25 Uhr hob der Kran das letzte Teil an und transportierte es zu den anderen beiden Brückenteilen. Diese werden in den kommenden Tagen vor Ort zerkleinert und zur Wiederverwertung abtransportiert. Nach Abtragen der Brücke wurden die Gleise aufgeräumt und die Hänge gesichert. Am Abriss waren außerdem das Bauunternehmen Keren aus Perl (Kreis Merzig-Wadern), ein Planungsbüro aus Singen für die Herstellung der neuen Brücke und Vertreter der Deutschen Bahn vor Ort.
Die neue Brücke: Marco Bart vom Tiefbauamt der Stadt Trier äußerte sich sehr zufrieden mit dem Verlauf des Abrisses. Es habe alles reibungslos und voll im Zeitrahmen funktioniert. Nun folgen die Vorarbeiten für eine neue Fußgänger- und Radfahrerbrücke, die nicht von Autos befahren werden darf. Die Alufertigkonstruktion soll am 17. September eingebaut werden. Kosten für die neue Brücke: 480.000 Euro.