Näher ran an die Touristen

TRIER. Die City-Initiative will den Shopping-Tourismus 2006 forcieren. Das Ziel ist eine Umsatzsteigerung von 15 Prozent auf 5,5 Millionen Euro in Einzelhandel und Gastronomie. Eine Studie der Uni Trier über das Einkaufsverhalten von Touristen soll dabei helfen.

"Es gibt in diesem Bereich ein enormes Potenzial", sagt Hans-Peter Schlechtriemen, Vorsitzender der City-Initiative. Die Umsätze könnten deutlich gesteigert werden, wenn man mehr auf die Touristen zuginge und ihre spezifischen Gewohnheiten berücksichtigte. Der Fachbereich Fremdenverkehrs-Geographie an der Uni Trier griff diese Herausforderung auf und führte eine Projektstudie durch. Unter der Leitung von Professor Christoph Becker befragten 18 Studenten insgesamt 212 ausländische und 299 deutsche Städtetouristen. Außerdem beobachtete die Gruppe, welche Routen chinesische Touristen durch die Stadt wählen, welche Geschäfte sie bevorzugen. Interviews mit den Reiseführern ergänzten die Daten. Die Ergebnisse: Zwei Drittel der Städtetouristen sehen sich Trier nicht nur an, sondern kaufen auch ein. Besucher aus dem Ausland geben im Schnitt 81 Euro aus, Gäste aus Deutschland lassen 60 Euro in Trier. Kleidung, Schuhe, Bücher und CDs stehen ganz oben auf der Liste. Die kurzen Wege und zahlreichen Angebote in der Innenstadt kamen bei den Befragten besonders gut an, die hohe PKW-Dichte im Stadtkern war oberster Störfaktor. Die Einkaufsmöglichkeiten und die Freundlichkeit des Personals werden von einer deutlichen Mehrheit der Befragten mit "gut" und "sehr gut" bewertet. Die Projektgruppe der Uni erstellte einen Katalog von Handlungsempfehlungen für den Einzelhandel und die Stadt Trier, aus dem die City-Initiative erste direkte Reaktionen ableitete. "Im März startet ein Workshop zum Thema interkulturelles Verkaufen", kündigt Schlechtriemen an. Dieser ist nicht nur für Verkäufer, sondern auch für Service-Personal in der Gastronomie gedacht. Auch Sprachkurse soll es geben, ebenso soll interkulturelle Kompetenz vermittelt werden. Die City-Initiative will vor allem während der Fußball-WM zusätzliche verkaufsoffene Sonntage beantragen und einen Lieferservice der gekauften Ware in die Hotels organisieren.