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Nagelneue Grundschule für Osburg

Nagelneue Grundschule für Osburg

Die Entscheidung ist gefallen: Der Verbandsgemeinderat Ruwer hat sich in jüngster Sitzung für einen Neubau der Schule Osburg entschieden. Der Grundsatzbeschluss fiel mehrheitlich. Eine Schlappe für die Verwaltung, die bis zuletzt eine Sanierung des Altbaus bevorzugt hatte.

Waldrach. Die Würfel sind gefallen: Mit den Stimmen von SPD und FWG hat der Verbandsgemeinderat Ruwer den Grundsatzbeschluss für einen Neubau der Schule Osburg gefasst. Die CDU-Fraktion enthielt sich nur wegen des noch ausstehenden Schulkonzeptes. Marianne Rummel (Grüne) bevorzugte eine Sanierung des Altbaus wegen des besseren Raumangebots. Es biete erhebliche Vorteile für die pädagogische Arbeit.
Die aus den 60erJahren stammende Schule Osburg ist ein schwerer Sanierungsfall. Seit Jahren wird der Bau mit Notmaßnahmen "unterstützt", damit ein sicherer Schulbetrieb gewährleistet bleibt. Sogar die bröckelnde Betonplattenfassade musste mit Mauerankern stabilisiert werden. Die Situation schrie nach einer Entscheidung, zumal Osburg mit 160 Kindern nach Waldrach und Gusterath der größte Schulstandort in der Verbandsgemeinde (VG) Ruwer ist (der TV berichtete). Inzwischen läuft für Osburg auch ein Antrag auf Ganztagsschulbetrieb. "Die Chancen auf eine Genehmigung stehen bestens", erklärt Bürgermeister Bernhard Busch.
Platzangebot schrumpft


Die Frage hieß "Neubau oder Generalsanierung?" Nach einer Kalkulation des Baubüros Finkler + Hippchen würde ein Neubau mit Nebenkosten auf rund sieben Millionen Euro kommen. Eine Sanierung hatten die Architekten auf rund fünf Millionen Euro taxiert. Der nicht unwesentliche Nebeneffekt einer Sanierung: Die Schule würde ihr heutiges Platzangebot von 2500 Quadratmetern behalten. Beim Neubau müsste das Platzangebot auf 1800 Quadratmeter reduziert werden.
Eltern, Lehrerkollegium und Verwaltung bevorzugten die Sanierungsvariante - die große Mehrheit des VG-Rat liebäugelte stattdessen mit dem Neubau.
Im November 2014 hatte der Rat erstmals vor der entscheidenden Frage gestanden und sie vertagt, um sich zunächst tiefer mit der Materie befassen zu können. Dazu besuchten die Fraktionen zwei ähnlich gelagerte Schulprojekte: Die generalsanierte Ambrosius-Grundschule in Trier-Nord, die von der Stadt Trier mit nicht mehr als vier Millionen Euro kalkuliert wird, und einen Grundschulneubau in Koblenz-Güls. Besonders das Koblenzer Objekt hat beeindruckt: Ein äußerst kosteneffizient errichteter einfacher Neubau für insgesamt 3,6 Millionen Euro, dessen Flächen sich nach dem Standard des Landes-Schulbauprogramms richten. Allerdings fehlen in Koblenz eine Küche und eine Mensa. Für einen Osburger Ganztagsbetrieb müssten diese Räume kostenmäßig hinzukalkuliert werden.
In der Ratssitzung schienen die Fronten geklärt: Bürgermeister Busch für die sanierungsfreudige Verwaltung gegen die vielen Neubaubefürworter. Zwischenzeitlich hatte Reinhard Lichtenthal für die CDU-Fraktion einen vorläufigen Aufschub beantragt. Zunächst müsse das fertige Schulkonzept der VG vorliegen. Lichtenthal: "So eine finanziell und pädagogisch weitreichende Entscheidung, die mehrere künftige Generationen betrifft, kann nur im Rahmen eines umfassenden Schulkonzeptes beschlossen werden."
Sowohl Stefan Metzdorf (SPD) als auch Josef Kruft (FWG) hielten mit Hinweis auf die Dringlichkeit der Entscheidung dagegen. Allerdings sollte bei der Planung das Koblenzer Neubaukonzept als kosteneffiziente Orientierungsmarke dienen. Kruft ging noch einen Schritt weiter und beantragte, bei der Neubauplanung eine Kooperation mit der Koblenzer Stadtverwaltung anzustreben. So könne man aus deren Erfahrungsschatz bei ihrem kostengünstigen Neubau schöpfen. Der Passus wurde auf einstimmigen Beschluss aufgenommen - der Grundsatzbeschluss pro Neubau erfolgte mehrheitlich.