NATUR

Zum Bericht "Nationalpark im Hochwald rückt näher" (TV vom 12./13. Mai).

Zu dem geplanten Nationalpark Hochwald sollte neben den bekannten Nachteilen für die hiesige Sägeindustrie auch auf die Nachteile für den Energie-/Brennholz-Sektor hingewiesen werden. Bei einem Nationalpark mit einer angenommenen Kernzone von 8000 Hektar, in der jegliche Holznutzung untersagt ist, wird in Zukunft jedes Jahr eine Holzmasse von 50 000 Festmetern nicht mehr zur Verfügung stehen. Unterstellt man, dass etwa 15 bis 20 Prozent dieser Holzmasse, mithin 9000 Festmeter pro Jahr, als Energieholz/Brennholz anfallen, wird diese Menge für den Brennholzmarkt hier fehlen. Bei einem jährlichen Verbrauch von vier Festmetern pro Haushalt ist für etwa 2000 Haushalte in Zukunft kein Brennholz mehr vorhanden. Auch ein versprochenes "Brennholzkonzept" wird an dieser Tatsache nichts ändern. Was die 30-jährige Übergangsfrist für die Einrichtung eines Nationalparks angeht, wird dies bestimmt nicht für den Sektor Brennholz gelten. Da das Brennholz hauptsächlich aus den Laubbaumarten Buche/Eiche kommt und in einem Nationalpark diese Baumarten im Gegensatz zum Nadelholz erhalten werden sollen, wird von Anfang an beim Laubholz keine Nutzung erfolgen; das wird die Brennholznutzer sofort treffen. In den vergangenen Jahren wurde gerade von Landesforsten Rheinland-Pfalz und anderen durch Brennholztage der Forstämter intensiv für die Verwendung des nachwachsenden und CO{-2}-neutal verbrennenden Rohstoffes Brennholz mit Erfolg geworben. Zahlreiche Haushalte haben daher auf diesen umweltfreundlichen Energieträger umgestellt und erhebliche Investitionen in entsprechende Holzöfen und Ausrüstungen für die Brennholzerzeugung getätigt. Es ist nicht zu verstehen, dass gerade jetzt in einer Zeit, wo so viel für erneuerbare Energien geworben wird, ein Waldareal in dieser Größenordnung für ein unsinniges Prestigeprojekt der Grünen-Landtagsfraktion geopfert werden soll. Man kann nur hoffen, dass auch die große Gemeinschaft der Brennholzverbraucher die Einrichtung eines Nationalparks Hochwald nicht widerstandslos hinnehmen wird. In anderen Regionen des Landes haben entsprechende Proteste jedenfalls bewirkt, dass dort von solchen Vorhaben Abstand genommen wurde. Theo Arend, Morscheid