NATUR

Zur Meldung "Wintervogel-Zählung: weniger Amseln, Spatz dominiert" (TV vom 28. Januar):

Ich weiß nicht, ob es für Wasserliesch beim Anlegen eines Hausgartens eine Baumordnung gibt. Jedenfalls habe ich festgestellt, dass Häuslebauer sich keine Gedanken darüber machen, wie groß in einigen Jahren ein Baum wird. Die Bäume, die in den Gärten vor etwa 40 Jahren gepflanzt wurden, haben inzwischen eine beachtliche Höhe erreicht (überwiegend Fichten, Tannen, Kiefern, Birken und Ahorn). Das hat den Nachteil, dass sich immer mehr Rabenvögel einnisten, weil sie sich zum Nisten immer die höchsten Bäume aussuchen. Das ist zum Nachteil der Singvögel, deren Bestand immer mehr abnimmt, weil die Krähen und Elstern die Nester der Singvögel ausrauben. Vögel, die ich vor einigen Jahren noch zahlreich in unserem Garten beobachten konnte, sind verschwunden, zum Beispiel Dompfaff, Grünfink, Buchfink, Gartenrotschwanz, Stieglitz, Bachstelze, Kernbeißer, Zaunkönig und Nachtigall. Davon abgesehen, dass die Zugvögel im Winter fehlen, kann ich nur Blaumeise und Kohlmeise, vielleicht noch ein Rotkehlchen beobachten. Der Bestand ist sehr dezimiert. Ob der Rückgang der Amseln auch an der Raublust der Rabenvögel liegt oder am dem um sich greifenden Virus, kann ich nicht beurteilen. Nur die Sperlinge nehmen zu. Natürlich haben die Rabenvögel ihre Existenzberechtigung und müssen Futter für ihren Nachwuchs finden. Aber die natürlichen Feinde, die für die Regulierung sorgen, fehlen. Bussard, Habicht, Milan und Falke habe ich hier schon lange nicht mehr gesehen. So hoch wachsende Bäume haben in Hausgärten nichts zu suchen. Erst recht keine Fichten, Tannen oder Kiefern, die keine laubabwerfenden Bäume sind und im Winter keine Sonne durchlassen. Aber diese großen Bäume haben Bestandsrecht und dürfen nicht einfach gefällt werden. Verrückt! Wir können also sicher sein, dass die Zahl der Rabenvögel immer größer wird und die Singvögel bald ganz verschwunden sind. Wer erfreut uns dann in der Dämmerung mit seinem Gesang? Wer befreit dann die Pflanzen, Sträucher und Bäume von den fressenden und saugenden Schädlingen? Marianne Lutz, Wasserliesch