Schwerer Bandendiebstahl, Verkehrsvergehen sowie Verstöße gegen das Betäubungsmittel- und Waffengesetz werden drei jungen Männern vorgeworfen, die seit heute, Mittwoch, vor dem Trierer Landgericht stehen.

Prozessbeginn : Trio angeklagt: Mehr als 20 Einbrüche und rund 50 000 Euro Schaden

Schwerer Bandendiebstahl, Verkehrsvergehen sowie Verstöße gegen das Betäubungsmittel- und Waffengesetz werden drei jungen Männern vorgeworfen, die seit heute, Mittwoch, vor dem Landgericht stehen.

Die Angeklagten K. (28), B. (26)  und W. (20) sind bei der Justiz keine Unbekannten mehr. Alle drei waren schon „strafrechtlich in Erscheinung getreten“, wie es auf Gerichtsdeutsch heißt. Der Angeklagte B. verbüßt derzeit wegen einer anderen Sache bereits eine Strafhaft. Seine Mitstreiter sitzen seit August 2018 in Untersuchungshaft. Weil W. zur Tatzeit erst 19 Jahre alt war, wird der Fall vor der Ersten Großen Jugendkammer verhandelt. Und es ist ein umfangreicher Fall, wie die Anklageschrift von Staatsanwalt Wolfgang Bohnen zeigt. Da wäre  zunächst eine eindrucksvolle Einbruchsserie, bevorzugt in Gastronomiebetriebe. Auf der Liste stehen 23 Fälle, die das angeklagte Trio  zwischen April und August 2018 gemeinsam oder in wechselnder Zweierbesetzung begangen haben soll.

Als Tatorte genannt werden Trier, Trierweiler, Welschbillig, Zemmer, Föhren, Piesport, Bernkastel-Kues, Hetzerath, Dreis und Herforst. Einige der nächtlichen Beutezüge  verliefen laut Anklage stets nach dem gleichen Muster: Zunächst hebelten die Täter Fenster oder Eingangstüren der Gaststätten auf. In einigen Fällen kamen  auch massive Wurfgeschosse wie etwa Gullydeckel als „Öffner“ zum Einsatz. In den Räumen wurde dann vorwiegend nach Geld, Zigaretten und Spirituosen gesucht. Dabei brachen die Eindringlinge  Schränke, Behälter und Spielautomaten auf. Der Wert der Beute lag meist  im zwei- bis dreistelligen Bereich – oft war der Sachschaden an Gebäuden und Mobiliar  höher.  Staatsanwalt Bohnen beziffert  die Gesamtsumme  (Diebesgut und Sachschaden)  auf rund 50 000 Euro.

Nur als Versuch und in Handschellen  endete dann am 9. August ein Einbruch des Trios  in ein Trierer Lokal – dort heulte eine Alarmanlage los und die Polizei trat rechtzeitig auf den Plan.

Weitere Vorwürfe gegen den Angeklagten B. sind Fahren ohne Fahrerlaubnis, Diebstahl von Autokennzeichen, Fahren ohne Versicherungsschutz mit gestohlenen Kennzeichen, Fahren unter Drogeneinfluss, wobei weitere „Vorräte“ im Auto lagen, sowie Unfallflucht. Auch der Angeklagte K. soll ohne Fahrerlaubnis, aber unter Drogeneinfluss, am Steuer gesessen haben. Außerdem wurden bei einer Durchsuchung in der Wohnung des Angeklagten W. ein verbotenes Butterflymesser mit neun Zentimeter langer Klinge sowie Marihuana gefunden.

Am nächsten Verhandlungstag, wollen sich die drei jungen Männer zunächst zu ihren Lebensläufen äußern. Der Vorsitzende Richter Günther Köhler hatte diesen Punkt gestern verschoben, weil der von der Kammer beauftragte psychiatrische Sachverständige an der Auftaktsitzung nicht teilnehmen konnte. Außerdem verwies Köhler die Angeklagten auf die strafmildernde Wirkung eines möglichst frühen Geständnisses. Noch ist das Verfahren mit sieben Verhandlungstagen bis in den März hinein terminiert. Doch es könnte  schneller enden.

Köhler bot dazu die Möglichkeit einer Verfahrensverkürzenden Absprache an, bei der sich Gericht, Anklage und Verteidigung auf einen bestimmten Strafrahmen einigen, der nicht über- und unterschritten werden darf. Voraussetzung wäre nach der Strafprozessordnung ein volles Geständnis der Angeklagten. Und dies, so signalisierten die Verteidiger, sei wohl zu erwarten.

Die Verhandlung vor dem Trierer Landgericht wird am 11. Februar fortgesetzt.

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