Nein zum Stadionbau!

Zum Thema Neu-/Umbau Moselstadion:

Seit Wochen verfolge ich interessiert die Berichte zu einem Stadionneu- oder -umbau. Meiner Meinung nach ist diese Entscheidung längst zu Gunsten eines Neubaus gefallen. Herr Schröer sitzt schließlich im Aufsichtsrat von Eintracht Trier 05. Dass die Vereinsmitglieder von Eintracht Trier ein neues Stadion fordern, ist ihr gutes Recht, hat man doch der TBB auch eine Arena gebaut. Man versteckt sich gerne hinter den Forderungen der DFL und dass das Land 70 Prozent der Kosten trägt. So günstig kann man sicherlich kein neues Stadion bekommen. Für diese 70 Prozent hat das Land sicher private Sponsoren an der Hand, oder sollten hierfür etwa auch Steuergelder herangezogen werden? Nein zu einem neuen Stadion oder einem Umbau! Wofür ein neues Stadion? Um die Einnahmesituation der Profiabteilung des SVE zu verbessern? Damit man bei ausverkauftem Haus, was sicherlich nur zweimal während einer Spielzeit vorkommt, noch einen Topzuschlag erheben kann, damit weitere ausländische Fußball-Legionäre verpflichtet werden können, anstatt einheimischen Talenten eine Chance zu geben? Das Geld für einen Stadionneubau auszugeben, bei einer hoffnungslose überschuldeten Stadtkasse, wäre eine Farce! Der SVE ist ja so gemeinnützig, und man tut so viel für die Jugend. Tatsache ist, dass der SVE in Sachen Jugendarbeit Auflagen erfüllen und entsprechend Jugendmannschaften stellen muss. Das veranlasst die Verantwortlichen, Jugendspieler ab dem D-Jugendalter aus anderen Vereinen abzuwerben. Diesen Kindern setzt man Flöhe in die Ohren auf Grund ihres Talentes. Tatsache ist aber, dass für diese Jugendlichen nach der A-Juniorenzeit kein Platz in der Lizenzspielabteilung ist. Spielen doch auf ihrer Position mehrere fertige Spieler im Alter zwischen 25 und 30, vornehmlich EU-Ausländer. Solange es aber preiswerter ist, fertige Spieler, vor allem EU-Ausländer, zu verpflichten, als eigene Jugendliche auszubilden, solange stehen einheimische Talente auf dem Abstellgleis oder können sich in der Zweiten Mannschaft bewähren. Ein Stadionneubau würde die Situation der Vereine, die wirklich die Kinder von der Straße holen und seit Jahren versuchen, ihre Sportstätten in einen angemessenen Zustand bringen zu lassen, auf viele Jahre hin verbauen. Als Beispiel sind Vereine wie Matthias oder Ehrang zu nennen. Ich sehe mir selbst gerne ein Livespiel im Stadion an und bin mit dem derzeitigen Stand zufrieden. Vielleicht sollten Haushaltsfragen ab einer bestimmten Größe per Volksentscheid ermittelt werden. Sollte man sich jedoch trotzdem zu einem Neubau entschließen, habe ich den Glauben in die Kommunalpolitik endgültig verloren! Stefan Casel, Trier