Netzwerk Fidei Flüchtlingshilfe

Soziales : „Danke, dass ihr mir geholfen habt”

Das Netzwerk Fidei feiert Geburtstag und macht Neubürger in Sprachkursen fit für das Leben in Deutschland.

Die Initiative Netzwerk Fidei „Bürger helfen Bürgern” ist vom Trierer Bischof Ackermann für ihre erfolgreiche Nachbarschaftshilfe mit Flüchtlingen, aber auch mit anderen Personengruppen, ausgezeichnet worden. Es werden Sprachkurse angeboten, es gibt Hilfe bei der Wohnungssuche, bei Behördengängen und beim Familiennachzug. Zudem hatte das Netzwerk besonderen Grund zum Feiern: Es besteht seit vier Jahren, und es beendete einen hundertstündigen Sprachkurs.

Begonnen hat es vor gut vier Jahren: Im April 2015 riefen die Orts- und Kirchengemeinde Zemmer, die Verbandsgemeinde Trier-Land, das Dekanat Schweich-Welschbillig und der Caritasverband Trier zu einer Informationsveranstaltung auf, um dem Zuzug der vielen Flüchtlinge gerecht zu werden. Dem Aufruf folgten in der Fidei annähernd 100 Menschen. Mittlerweile sind mehr als 50 Flüchtlinge in den einzelnen Ortsteilen untergebracht, und vermutlich werden weitere hinzukommen.

Schon beim Info-Abend meldeten sich 25 Personen, die in Arbeitsgruppen mitarbeiten wollten. In den vergangenen vier Jahren sind weit über 100 geflüchtete Neubürger zu Gast gewesen; viele wohnen noch immer in Zemmer. Die Flüchtlingshilfe hat dafür gesorgt, dass Menschen begrüßt wurden und mit den alltäglichen Fragen von Versorgung, Ärzten und Mülltrennung beraten wurden. Viele kamen ohne Hausstand und hatten nicht genügend Kleidung. Die Spendenbereitschaft war und ist groß. Eine Materialgruppe hat dafür gesorgt, dass nicht mehr benötigte Kleider und Möbel anderen Menschen nützlich sein können.

Als besonders vorbildlich gelten die Sprachkurse und Hausaufgabenhilfen des Flüchtlingsnetzwerks Fidei. Im aktuellen Sprachkurs haben acht Neubürger aus dem Kosovo, Armenien, Kasachstan, Syrien, Polen, Marokko und Afghanistan die deutsche Sprache gelernt. Sie sind sehr dankbar.

Aghasi N. aus Armenien sagt: „Ich bin seit drei Jahren mit meiner Familie in Deutschland. Am Anfang war es schwer, mit Deutschen in Kontakt zu kommen, weil die deutsche Sprache schwierig ist. Durch den Sprachkurs und die Unterstützung der ehrenamtlichen Lehrerinnen habe ich verschiedene staatliche aufbauende Sprachkurse und den Integrationskurs erfolgreich geschafft. Jetzt mache ich noch eine Ausbildung, die ich auch hoffentlich gut zu Ende bringe. Mit meiner Frau und meinen beiden Söhnen möchte ich gerne in Zemmer wohnen bleiben, weil wir uns dort sehr wohl fühlen und viele uns kennen. Danke, dass ihr mir geholfen habt.“

Laila B. kommt aus Marokko, hat Wirtschaft studiert und dort im Bereich Tourismus gearbeitet: „Ich bin 30 Jahre alt und spreche arabisch, französisch und englisch. Ich durfte hier am Sprachkurs teilnehmen, um Deutsch zu lernen, weil ich hier leben möchte. Auch an der Hausaufgabenhilfe für geflüchtete Kinder habe ich mitgearbeitet. In Deutschland habe ich gemerkt, dass mir die Arbeit mit Kindern viel Freude macht. Ich möchte Erzieherin werden und mache in der Gemeinde bald ein Praktikum. Ich bin sehr dankbar für die herzliche und gute Unterstützung in diesem Sprachkurs.”

Netzwerk Fidei Betreute Laila B. Foto: Netzwerk Fidei

Das Flüchtlingsnetzwerk Fidei hat sich zum Netzwerk „Bürger helfen Bürgern“ weiterentwickelt und möchte allen Bürgern Hilfe anbieten. Die Ehrenamtlichen im Netzwerk treffen sich regelmäßig etwa alle zwei Monate. Wer im Netzwerk mitarbeiten möchte, kann sich an den Ehrenamtskoordinator Andreas Flämig, vom Caritasverband Trier wenden per E-Mail flaemig.andreas@caritas-region-trier.de oder an Pastoralreferent Roland Hinzmann: roland.hinzmann@bistum-trier.de

Mehr von Volksfreund