Neubau als Jubiläumsgeschenk

Der Ausbau der Seniorenresidenz St. Andreas Pölich dauerte zehn Jahre und kostete über zehn Millionen Euro. Mit 144 Pflegeplätzen gilt sie heute als eine der größten Senioreneinrichtungen im Kreis Trier-Saarburg und ist mit 104 Beschäftigten einer der wichtigsten Arbeitgeber in der Verbandsgemeinde Schweich.

 Begegnung vor dem neuen Eingang mit behindertengerechter Zufahrt: Pflegekraft Ingrid Klären mit den Bewohnerinnen Katharina Schirado (links) und Katharina Gaab. TV-Foto: Friedhelm Knopp

Begegnung vor dem neuen Eingang mit behindertengerechter Zufahrt: Pflegekraft Ingrid Klären mit den Bewohnerinnen Katharina Schirado (links) und Katharina Gaab. TV-Foto: Friedhelm Knopp

Pölich. Im ehemaligen Hotel Henn eröffnete im Jahr 2000 die Seniorenresidenz St. Andreas GmbH ein Pflegeheim für zunächst 20 Bewohner.

Im Sommer 2002 begannen die Arbeiten am ersten Erweiterungsbau, der mit seinen mehrfarbigen Fassaden den Pölicher Ortsrand von der Moselseite her prägt. Kurz vor seiner Fertigstellung im September 2004 schrieb der TV: "Bald werden sich in dem hochmodern ausgestatteten Haus rund 60 Voll- und Teilzeitkräfte um etwa 100 pflegebedürftige Bewohner kümmern." Schon damals war von einem weiteren Ausbau die Rede. Dieser sei jedoch abhängig vom Grad der Belegung, hieß es im September 2004. Sollte das neue Haus bis Ende 2005 zu 80 Prozent belegt sein, beginne die nächste Bauphase.

Nach einem zunächst schwachen Anstieg der Belegungszahlen im Jahr 2004 stieg im Folgejahr die Nachfrage stetig und das Haus füllte sich. Ende 2005 kümmerten sich 60 Mitarbeiter um die Pflegebedürftigen. Wegen des wachsenden Personalbedarfs rückte auch die Ausbildung eigener Fachkräfte in den Vordergrund. 2005 verstärkten elf neue Auszubildende das Team.

Auch der heutige Heimleiter Eric Schmitt wurde selbst im Hause ausgebildet. "Zurzeit haben wir 15 Auszubildende in den Bereichen Pflege, Hauswirtschaft und Koch", erklärt Schmitt und fügt hinzu: "Wir hatten zudem das Glück, schnell genügend Fachkräfte aus der Region zu erhalten."

Als sich 2007 ein unverändert hoher Bedarf an Pflegeplätzen abzeichnete, fiel die Entscheidung zum weiteren Ausbau. Nach einer Planungsphase rollten im Frühjahr 2009 wieder die Bagger. Zunächst mussten das ehemalige Hotel Henn sowie ein hinzugekauftes Nachbarhaus dem Neubau weichen. Im November 2009 berichtete der TV vom Richtfest des Neubaus, der im Spätsommer 2010 bezugsfertig war.

Pölich hat mit dem St. Andreas-Ausbau auch optisch gewonnen. Die Neubauten gleichen einer Reihe von Einzelhäusern und passen sich harmonisch in ihre dörfliche Umgebung ein.

Gute Zusammenarbeit mit der Ortsgemeinde



Heimleiter Schmitt: "Zunächst wurde der Ausbau kritisch beobachtet. In Abstimmung mit der Gemeinde fiel die Entscheidung, nicht direkt an die Hauptstraße zu bauen." Allerdings sind die St. Andreas-Betreiber nicht nur um bauliche Harmonie bemüht. Auf vielen Ebenen arbeitet die Einrichtung mit der etwa 380 Einwohner zählenden Ortsgemeinde, der Kirchengemeinde und den Vereinen eng zusammen. Nicht wenige St. Andreas-Mitarbeiter ließen sich selbst in Pölich nieder.

"Es gibt in der Bevölkerung keinerlei Kritik oder Ablehnung. Die Einrichtung wird akzeptiert, zumal sie sich sehr ins Dorfgeschehen einbringt", sagt Ortsbürgermeister Walter Clüsserath. Ein klares Nein habe es im Ort nur zum urspünglichen Plan gegeben, direkt an der Hauptstraße einen 60 Meter langen Bau zu errichten. Doch die Betreiber hätten sich sehr kooperativ gezeigt und zur nun verwirklichten, harmonischen Lösung gefunden. Extra St. Andreas ist eine Einrichtung in privater Trägerschaft, die eng mit der Direktion der Allgemeinen Ortskrankenkasse (AOK) zusammenarbeitet. Sie sieht sich nicht als reines Altenheim, sondern ist auf die Pflege auch schwerst beeinträchtigter Gäste spezialisiert. Zu den Leistungen zählen etwa die Wachkoma-Pflege oder die Versorgung demenzkranker Menschen. Die Gesamtinvestition für die erste Ausbauphase bis 2004 betrug mit Grunderwerb, Planung und Bau etwa 7,8 Millionen Euro. Der nun abgeschlossene zweite Ausbau kostete etwa 3, 5 Millionen Euro. Investor ist die Grundstücks-, Verwaltungs- und Verpachtungsgesellschaft (GVV). Betreiberin ist die St. Andreas Pölich GmbH. (f.k.)