Neubau der Trierer Hauptfeuerwache verzögert sich

Kostenpflichtiger Inhalt: Grundstück noch nicht frei : Neubau verzögert sich - Die Trierer Feuerwehr zieht später um

Weil die Polizei das Baugrundstück erst später freigibt als geplant und auch das neue Rettungsdienstgesetz noch nicht fertig ist, verzögert sich der Neubau der Trierer Hauptfeuerwache auf dem Gelände an den Kaiserthermen.

Es ist ein bisschen wie eine Mischung aus den Kinderspielen Bäumchen wechsel dich und Reise nach Jerusalem: Feuerwehr und Polizei wollen beide ihre Standorte in Trier verlegen. Die neue Hauptfeuerwache soll dabei auf dem Gelände an den Kaiserthermen gebaut werden, wo zurzeit noch das alte Polizeihochhaus steht. Weil der Polizei-Neubau in der Kürenzer Straße allerdings noch länger dauert, können die Gesetzeshüter den Lebensrettern auf dem Areal erst später als geplant Platz machen. Damit verschiebt sich auch der Baubeginn für die neue Hauptfeuerwache.

„Voraussichtlich erst Ende 2020 wird die Polizei aus dem alten Gebäude an den Kaiserthermen ausziehen. Im ersten Quartal 2021 wird das Gelände dann wohl an die Stadt übergeben werden können“, erklärte der städtische Feuerwehrdezernent Thomas Schmitt in der jüngsten Sitzung seines Dezernatsausschusses.

Gekauft hatte die Stadt das Gelände vom Land bereits Ende 2018, für rund 2,6 Millionen Euro. Zuletzt war geplant, dass die Polizei das Grundstück samt Altbau, der abgerissen werden soll, bereits Mitte 2020 an die Stadt abtritt.

Warum sich der Umzug um ein Jahr verzögert, wollte der TV vom Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung (LBB) wissen, der für die Realisierung des Neubaus in der Kürenzer Straße verantwortlich ist. Die Behörde ließ die Anfrage bis dato allerdings unbeantwortet.

Aber auch die Stadt hat noch nicht alle Vorarbeiten erledigt. So ist der Architektenwettbewerb um den besten Entwurf für den Neubau der Feuerwache noch nicht ausgeschrieben. Grund dafür ist, dass das neue Rettungsdienstgesetz (siehe Info) noch nicht in Kraft ist. „Das Gesetz liegt mittlerweile allerdings im Landtag vor“, berichtete Dezernent Schmitt. Sobald es verabschiedet sei, würden die Detailplanungen für die neue Trierer Wache gestartet und der Architekturwettbewerb ausgeschrieben. „Mit den Vorplanungen dafür sind wir schon relativ weit“, betonte Schmitt.

Neu ist, dass die von der Trierer Berufsfeuerwehr betriebene Rettungsleitstelle in einem eigenständigen Bau untergebracht werden soll und nicht in die neue Hauptwache integriert wird. Grund dafür ist ebenfalls das neue Gesetz: Nach diesem werden die Kosten für den Bau der Rettungsleitstelle anteilig den umliegenden Landkreise auferlegt, die an die Leitstelle angeschlossen sind. Ein gesonderter Bau soll die Kostenaufteilung dabei nicht nur einfacher und transparenter machen, sagte Triers neuer Feuerwehrchef Andreas Kirchartz. Weil es künftig landesweit einheitliche Bau- und Technikpläne für neue Rettungsleitstellen gebe, die überall einheitlich umgesetzt werden sollen, würden insgesamt auch die Kosten sinken. „Platz für den Leitstellen-Kubus haben wir auf dem Gelände an den Kaiserthermen, das haben wir schon geprüft“, betonte Feuerwehrdezernent Schmitt.

Wie viel die neue Hauptfeuerwache kosten wird, steht noch nicht fest – außer, dass es wohl ein hoher zweistelliger Millionenbetrag sein wird. 60 Prozent der Baukosten sollen dabei vom Land als Zuschuss kommen.

Durch die Verzögerung bei der Übergabe des Baugrundstücks würden die Baukosten steigen, räumte Dezernent Schmitt (CDU) in der Ausschusssitzung auf Nachfrage der SPD ein. Es sei davon auszugehen, dass die Bau- und Handwerkerpreise in Trier weiter pro Jahr um etwa drei Prozent nach oben klettern – was unter anderem an der Nähe zu Luxemburg liege und der anhaltend guten Auftragslage für die Handwerksbetriebe.

Standortwechsel bei Polizei und Feuerwehr in Trier. Foto: TV/Scheidweiler, Jonas

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