Neue, alte Bahnstrecke im Trierer Westen: Ein Aufzug für die Brücke

Neue, alte Bahnstrecke im Trierer Westen: Ein Aufzug für die Brücke

Die Planungen für die Reaktivierung der Weststrecke in Trier werden konkret. Wie sehen die neuen Haltepunkte aus? Wie ist es mit dem Lärmschutz? Antworten auf solche Fragen gibt es am Mittwoch im Druckwerk Euren. Dabei geht es auch um den neuen Aufgang zur Kaiser-Wilhelm-Brücke.

Der Siegerentwurf des von der Deutschen Bahn ausgelobten Architektenwettbewerbs zum Haltepunkt Kaiser-Wilhelm-Brücke Trier. Foto: tamandua/Berlin

Hochmoderne Personenzüge sollen ab Dezember 2020 über die reaktivierte Weststrecke rollen und dabei an fünf neuen Haltepunkten Station machen. Deutlich mehr als 20 Millionen Euro sollen ab 2019 für die notwendigen Baumaßnahmen investiert werden. Bei der Deutschen Bahn, der Stadt Trier und dem Zweckverband Schienenpersonennahverkehr (SPNV) Nord laufen die Planungen dafür auf Hochtouren.

Zeitplan: Nach Aussage von SPNV-Geschäftsführer Thomas Geyer laufen die Vorbereitungen weiterhin im neu gesetzten Zeitrahmen. Weil im Oktober die Planfeststellung (siehe Extra) beginnt, bei dem für alle Bauabschnitte auch die Notwendigkeit für Lärmschutzmaßnahmen überprüft wird, informieren Deutsche Bahn, SPNV Nord und Stadtverwaltung heute ab 18 Uhr bei einem Informations- und Diskussionsabend im Druckwerk Euren zu einem frühen Termin umfassend über den Stand der Dinge.

Kaiser-Wilhelm-Brücke: Erstmals wird dabei auch vorgestellt, wie der neue Haltepunkt an der Kaiser-Wilhelm-Brücke aussehen könnte. Wegen der engen Platzverhältnisse und der großen Höhendifferenz zur Brückenebene stellen sich hier besondere Herausforderungen. Die beste Lösung dafür hat die Deutsche Bahn mit einem Architektenwettbewerb gesucht. Dem Trierischen Volksfreund liegt der Siegerentwurf der Planungsgemeinschaft Tamandua (Berlin)/Setzpfand (Weimar) vor. Das Preisgericht wertet die Aufzug- und Treppenkonstruktion als "zurückhaltende und elegante Lösung, die auf Überflüssiges verzichtet und dennoch hohen Nutzkomfort bietet." Der schmale bebaubare Streifen zwischen Mosel und Bundesstraße würde demnach für den Bau dieses wichtigen Haltepunktes auseichen.

Fernverkehr: Doch es sind nicht nur die umfangreichen baulichen Maßnahmen, die aus dem seit Jahren nur für den Güterverkehr genutzten Gleisabschnitt zwischen dem Bahnhof Ehrang und der Eisenbahnbrücke bei Konz eine attraktive Regionalbahnstrecke machen sollen. Thomas Geyer: "Wenn die beiden neuen Linien 83 und 84 dort in Betrieb sind, wird das auch für die Menschen eine deutliche Verbesserung bringen, die den Fernverkehr der Bahn nutzen wollen." Jeder, der heute dazu noch zum Hauptbahnhof einsteigen muss, wird in Zukunft in Konz oder Wittlich in schnelle Züge umsteigen können.

Diese beiden Eckpunkte werden ab dem Jahr 2020 stündlich von den beiden Regionalbahnlinien über die Weststrecke verbunden. Hinzu kommt noch die Stadt Luxemburg, wo die Arbeiten an attraktiven neuen Haltepunkten bereits begonnen haben.

In Trier soll nach dem für 2018 geplanten Abschluss des Planfeststellungsverfahrens im Jahr 2019 gleichzeitig mit dem Bau aller neuen Haltepunkte in Ehrang, an der Kaiser-Wilhelm-Brücke, an der Römerbrücke, in Euren und in Zewen begonnen werden.

Am Kreuz Konz wird zudem ein zusätzlicher Bahnsteig gebaut, damit die Bahngäste die neuen Züge in beide Richtungen nutzen können.

Fahrzeuge: "Die neuen Fahrzeuge des Typs Kiss, die dort fahren werden, sind kaum zu hören", verspricht Thomas Geyer. Er verweist darauf, dass derzeit die Ausschreibungen der Verkehrsleistung laufen beziehungsweise vorbereitet werden, für die Linie 83 auch in Abstimmung mit der luxemburgischen Staatsbahn CFL. Die Personenzüge zwischen Wittlich und Luxemburg werden werktags zwischen 5.46 und 21.06 Uhr fahren. Die Linie 84 (Hafenstraße - Konz/Saarburg) werden Bahnkunden täglich zwischen 6.12 und 22.46 Uhr transportieren. An den Wochenenden und Feiertagen wird zusätzlich ein Spätzug bis 0.12 Uhr unterwegs sein.

Wie viel Güterverkehr dann noch auf der Strecke möglich sein wird und was mit den störungsanfälligen Bahnübergängen in Trier-West und Euren passiert, werden heute Abend ebenfalls Themen sein, die zur Sprache kommen.

"Die Weststrecke - Informationen und Diskussion", Mittwoch, 14. September, ab 18 Uhr im Druckwerk Trier-Euren, Ottostraße 29. Der Eintritt ist frei.

Extra Planfeststellungsverfahren
Bei der Reaktivierung der Weststrecke für den Personennahverkehr sollen die Interessen der Trierer Bürger berücksichtigt werden. Das haben Vertreter der DB Netz AG im Gespräch mit Oberbürgermeister Wolfram Leibe bereits vor mehr als einem Jahr versichert. Instrument dafür ist das Planfeststellungsverfahren, welches im Oktober eingeleitet wird. In diesem Verfahren können die Träger öffentlicher Belange Hinweise und Einwände einbringen, die geprüft und bei der Planung berücksichtigt werden. Neben Behörden, Umweltschutzverbänden und Rettungsdiensten haben auch Anwohner und andere Bürger die Möglichkeit, zum Beispiel ihre Interessen beim Lärmschutz einzubringen.
Das Verfahren wird voraussichtlich zwei Jahre dauern. Geplanter Baubeginn ist Anfang 2019.

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