Neue Betreiber legen Hand an

EUREN. Der einzige Campingplatz in Trier liegt an der Mosel zwischen Römer- und Konrad-Adenauer-Brücke. Der verwahrloste Platz bekam vor einem Jahr mit den Pächtern Helga und Norbert Haag eine neue Chance. Sie sind nach der ersten Saison hochzufrieden.

In den 60er-Jahren wandelte der Ruderverein "Treviris" seine Wiese an der Mosel zum Campingplatz um. Doch in den vergangenen Jahren verkam der Platz immer und war für Urlauber, die ausgerüstet mit Zweimannzelt, Isomatte und Gaskocher frei und unabhängig die Moselstadt erkunden wollten, wenig attraktiv. Im Januar 2004 präsentierten Wirtschaftsdezernentin Christiane Horsch und der Ruderverein ein neues Konzept und einen neuen Pächter. Das Trierer Ehepaar Haag, selbst passionierte Wohnmobilurlauber, betreibt seit mehreren Jahren einen Verleih für Reisemobile und zeigte Ambitionen, mit neuen Ideen der Stadt Trier wieder zu zufriedenen Camping-Touristen zu verhelfen. Der alte Zeltplatz wurde von den neuen Pächtern in "Camping- und Reisemobilpark Treviris" umbenannt. Zugleich wurde damit begonnen, den Platz dem heutigen Zeitgeschmack entsprechend umzugestalten. "Wir sind hochzufrieden", zieht Norbert Haag Bilanz. "Das erste Jahr war für uns erfahrungsreich. So konnten wir feststellen, welche Mängel der Campingplatz hat", fügt Helga Haag hinzu. Die ersten Arbeiten wurden angepackt: Die Stromanlagen auf dem Platz wurden zum Teil erneuert, Drainagen für die Entwässerung gelegt und einige große Bäume gefällt. Zurzeit saniert der Schreinermeister Norbert Haag die Duschen im Sanitätshaus, die bis Mai fertig sein sollen. Die zuletzt in den 80er-Jahren sanierten Sanitätsräume sorgten bei vielen Camping-Gästen für Unzufriedenheit. Im nächsten Jahr nehmen die Betreiber dann die Damentoiletten und im folgenden Jahr die Herrentoiletten in Angriff. Auf der Baustelle packen auch die Zwillinge Oliver und Patrick Haag (13) mit an. "Ich will später einmal den Campingplatz übernehmen", sagt Patrick Haag überzeugt. Auch der älteste Sohn sieht seine Zukunft im Erhalt des Platzes und beginnt dort eine Lehre als Bürokaufmann. Das Ehepaar Haag rechnet damit, die nächsten 20 Jahre den Platz zu betreiben. Von dem großen Andrang war die Familie Haag zuerst überrascht, stellte sich dann aber schnell auf den großen Zuspruch ein. 400 frisch gebackene Brötchen konnten sie schließlich jeden morgen ihren Gästen anbieten. Lebensmittel werden in einem kleinen Laden auf dem Platz nachgefragt. In der vergangenen Saison haben viele Touristen den Campingplatz als "Durchlaufplatz" genutzt. "Sie haben bei uns Station gemacht, haben sich dann andere Campingplätze in der Region angeschaut und sind dann zu einem dieser Plätze, etwa an der Sauer, gefahren", berichtet Norbert Haag. "Abends war der Platz oft rappelvoll, am nächsten Mittag jedoch wieder leer", bedauert Haag. Den Platz, der schon immer ein bekannter Stopp für Touristen auf der Fahrt nach Frankreich war, wollen die neuen Betreiber nun auch zu einem Platz machen, wo man länger Urlaub macht und die Stadt Trier und die Region erkundet. Dauer-Camper sind jedoch nicht erwünscht.Belegungszahlen verdoppelt

Während der Saison erfasste das Ehepaar, wie lange die Gäste blieben und woher sie kamen. Insgesamt 12 000 Personen kamen auf den Campingplatz, darunter viele Motorradgruppen und Ruderwandergruppen. Auf dem Wohnmobilstellplatz gab es fast 5000 Übernachtungen. Auch der Vermieter, der Ruderverein Treviris, zeigt sich zufrieden. "Die Belegungszahlen haben einen Schub nach oben erhalten - mehr als verdoppelt", sagt der Vorsitzende Matthias Woitok. "Behagliche Reisen" verspricht die Familie Haag ihren Gästen. Nach dem ersten Jahr bleibt Norbert Haag gelassen: "Man kann nicht in einem Jahr umkrempeln."